Wirtschaftsverband fordert radikale Reformen: Merz soll SPD die Stirn bieten
Bernhardine RörrichtWirtschaftsverband fordert radikale Reformen: Merz soll SPD die Stirn bieten
Marie-Christine Ostermann, Chefin eines führenden Wirtschaftsverbands, hat weitreichende Wirtschaftsreformen in Deutschland gefordert. In einem Interview mit der Rheinischen Post rief sie Friedrich Merz dazu auf, eine härtere Haltung gegen die Politik der SPD einzunehmen. Ohne Kurswechsel werde der wirtschaftliche Niedergang des Landes anhalten, warnte sie.
Ostermann kritisierte die aktuelle Rentenpolitik scharf und plädierte für strengere Regeln zur Kostendämpfung. Sie schlug vor, den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einzuführen, um die steigenden Ausgaben zu begrenzen. Leistungen wie die „Mütterrente“ und der vorzeitige Renteneintritt mit 63 müssten ihrer Meinung nach zurückgeführt oder anders finanziert werden. Andernfalls drohten den Beitragszahlern immer höhere Abgaben.
Um Frühverrentung unattraktiver zu machen, regte sie Sanktionen für einen zu frühen Austritt aus dem Berufsleben an. Gleichzeitig sollten Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger erwerbstätig bleiben. Eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung gehörte zu ihren zentralen Forderungen.
In der Steuerpolitik lehnte Ostermann eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes ab. Eine solche Anhebung würde die Mittelschicht belasten, argumentierte sie. Einen Vermögenssteuer verglich sie mit einer Investitionsabgabe in der Krise und warnte vor deren Einführung.
Um die Politik zum Umdenken zu zwingen, empfahl Ostermann Merz, im Bundestag eine Vertrauensfrage zu stellen. Die Union müsse nachfrageorientierte Maßnahmen blockieren und stattdessen angebotsseitige Reformen vorantreiben, betonte sie. Ohne entschlossenes Handeln werde sich die wirtschaftliche Misere Deutschlands weiter verschärfen.
Ostermanns Vorschläge zielen auf Renten, Steuern und Renteneintrittsregeln ab – für sie unverzichtbare Hebel, um die wirtschaftliche Talfahrt Deutschlands zu stoppen. Ihr Appell zu einer Vertrauensfrage unterstreicht den wachsenden Druck auf Merz, der SPD-Parteipolitik entgegenzutreten.






