Pharma-Verbände fordern von Warken dringende Kurskorrektur gegen China-Abhängigkeit
Mahmut UllmannPharma-Verbände fordern von Warken dringende Kurskorrektur gegen China-Abhängigkeit
Fünf führende Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. In einem gemeinsamen Schreiben warnen sie vor der wachsenden Abhängigkeit Deutschlands von China bei essenziellen Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien. Gleichzeitig kritisieren die Verbände die jüngsten gesetzlichen Änderungen, die die Stabilität der Branche gefährden.
Die Organisationen üben scharfe Kritik am neu verabschiedeten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das ihrer Ansicht nach Unsicherheit in der Branche schaffe. Das Gesetz untergrabe das Vertrauen in einer Phase, in der die Industrie bereits mit multiplen Herausforderungen konfrontiert sei, heißt es in dem Schreiben. Positiv hervorgehoben wird jedoch, dass der jüngste Pharma-Dialog dazu beigetragen habe, das Vertrauen zwischen den Beteiligten teilweise wiederherzustellen.
Mit Nachdruck fordern die Verbände mutige Schritte, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als zentraler Pharmastandort zu sichern. Als zusätzliche Belastungen nennen sie die US-Handelspolitik und Arzneimittelpreisregulierungen, die den Zugang zu innovativen Medikamenten gefährden könnten. Vorschläge zur Verschärfung des Preiswettbewerbs bei patentgeschützten Arzneimitteln sowie strengere mengenbasierte Preisregelungen lehnen sie entschieden ab.
Die Verbände verweisen darauf, bereits detaillierte Reformvorschläge für langfristige strukturelle Verbesserungen eingereicht zu haben – bisher jedoch ohne Rückmeldung. Um voranzukommen, sei nun eine abgestimmte Strategie notwendig, an der alle relevanten Bundesministerien sowie das Bundeskanzleramt mitwirken müssten.
Ohne entschlossenes Handeln drohe Deutschlands Position auf dem globalen Pharmamarkt weiter zu schwinden, warnen die Verbände. Sie pochen auf einen ressortübergreifenden Ansatz, um die wirtschaftlichen und regulatorischen Hürden der Branche zu überwinden.
Das Schreiben unterstreicht den dringenden Bedarf an politischen Kurskorrekturen, um die deutsche Pharmaindustrie zu schützen. Die Verbände fordern eine einheitliche Strategie, um Lieferkettenrisiken, Preisdruck und internationale Konkurrenz zu bewältigen. Wie es weitergeht, hängt nun davon ab, wie schnell die Bundesregierung auf ihre Vorschläge reagiert.






