02 May 2026, 18:37

Wie ein Bahn-Nomade mit der BahnCard 100 ohne Miete durch Deutschland lebt

Schwarzes und weißes Foto einer Bahnstation in Dielkirchen, Deutschland, mit einem Zug auf den Schienen, umgeben von Häusern, Pfählen, Bäumen, Pflanzen und Menschen, Hügel im Hintergrund und einem klaren Himmel.

Wie ein Bahn-Nomade mit der BahnCard 100 ohne Miete durch Deutschland lebt

Seit über drei Jahren sind für Lasse Stolley die Züge Deutschlands sein Zuhause. Der 40-Stunden-Arbeitswoche-Nomade legt bis zu 1.000 Kilometer am Tag zurück – ohne jemals Miete, Nebenkosten oder Sprit zahlen zu müssen. Sein ungewöhnlicher Lebensstil basiert auf einem einzigen Ticket: der BahnCard 100.

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Stolleys Alltag beginnt in den Hochgeschwindigkeitszügen der Deutschen Bahn, den ICEs, wo er jede Nacht in einem Erste-Klasse-Abteil schläft. Tagsüber durchquert er das Land, arbeitet in verschiedenen Städten als hauptberuflicher Zugbegleiter für das Unternehmen TRI Train Rental. Der Arbeitgeber beschäftigt ihn nicht nur, sondern übernimmt auch die Hälfte der Kosten für sein Jahresbahn-Abo, das knapp unter 6.000 Euro liegt.

Sein monatliches Bruttoeinkommen von etwa 3.400 Euro finanziert die andere Hälfte des Tickets, sodass ihm kaum Lebenshaltungskosten bleiben. Gelegentlich übernimmt er zusätzliche Schichten als „Gute-Laune-Zugbegleiter“ – eine Rolle, die es ihm ermöglicht, mit Fahrgästen in Kontakt zu treten und seinen Arbeitsalltag abwechslungsreich zu gestalten. Diese Konstellation bedeutet, dass sein Leben weitaus weniger kostet als das der meisten Menschen: keine Miete, keine Rechnungen, nur das Schienennetz als seine Adresse.

Bevor er seine heutige Anstellung fand, hatte Stolley bereits Jahre auf Zügen verbracht. Die BahnCard 100, die unbegrenztes Reisen durch ganz Deutschland ermöglicht, wurde zum Grundstein seines minimalistischen Lebensstils. Mittlerweile hat er mit der Unterstützung seines Arbeitgebers aus einem nomadischen Dasein eine nachhaltige Lebensweise gemacht.

Stolleys Modell streicht klassische Wohnkosten komplett – sein Einkommen kann er fast vollständig anderweitig einsetzen. Der Arbeitgeberzuschuss zum Bahn-Abo senkt die Ausgaben zusätzlich, sodass die Zugfahrt für ihn nicht nur Beruf, sondern auch dauerhaftes Zuhause ist. Für ihn haben die Gleise Beton und Mörtel für immer ersetzt.

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