02 May 2026, 18:37

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Blauer Kreis mit einem weißen Stern in der Mitte, umgeben von vierfarbigen Flaggen, und der Text "NATO Joint Jet" in Weiß.

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt hat Kritik deutscher Politiker ausgelöst, die darin eine Schwächung der gemeinsamen Sicherheitsbemühungen sehen.

Politiker aus dem gesamten Spektrum haben sich zu Wort gemeldet – während einige die Auswirkungen herunterspielen, warnen andere vor ernsthaften Konsequenzen für die Verteidigungsfähigkeit. Die Sozialdemokraten (SPD) verurteilten die Entscheidung umgehend. Siemtje Möller bezeichnete die Drohungen von Präsident Trump als „unberechenbar“ und nannte den teilweisen Abzug „strategisch unbegründet“. Sie forderte europäische Länder auf, ihre Investitionen in eigene Verteidigungssysteme zu beschleunigen, anstatt sich auf die Unterstützung der USA zu verlassen.

Jürgen Hardt von der CDU betonte die Bedeutung der US-Militärpräsenz in Deutschland. Er verwies auf zentrale Einrichtungen wie das EUCOM in Stuttgart und die Air Base Ramstein und warnte, der Abzug gefährde jahrzehntelange konventionelle Abschreckung gegen potenzielle Bedrohungen.

Unterdessen bezeichnete Sören Pellmann von der Linken den Abzug als „viel Lärm um nichts“. Seine Partei setzt sich seit Langem für die Schließung von US-Stützpunkten in Deutschland ein und wies darauf hin, dass allein in Rheinland-Pfalz etwa 6.500 lokale Mitarbeiter für die US-Streitkräfte arbeiten – bundesweit sind es rund 12.000.

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Der Militär-experte Carlo Masala brachte eine weitere Sorge vor. Er argumentierte, dass die Streichung einer für 2024 geplanten US-deutschen Vereinbarung über Marschflugkörper vom Typ Tomahawk und Hyperschallwaffen der Dark-Eagle-Klasse eine kritische Lücke in der Abschreckung gegen Russland reißt. Masala zufolge stellt diese Entwicklung ein größeres Risiko dar als die Truppenverlegung selbst.

Der Abzug der US-Soldaten hat die Spaltungen in der deutschen Politik offenbart. Während manche darin eine geringe Veränderung sehen, warnen andere vor langfristigen Sicherheitsrisiken. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Europa seine eigenen Verteidigungspläne beschleunigen muss, um die Lücke zu schließen, die die abziehenden Truppen hinterlassen.

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