Wiener Festwochen 2024: Milo Raus provokante Kunst zieht 196.000 Besucher in Bann
Bernhardine RörrichtWiener Festwochen 2024: Milo Raus provokante Kunst zieht 196.000 Besucher in Bann
Die Wiener Festwochen unter der Leitung von Milo Rau endeten kürzlich mit einer besuchten Gesamtzahl von über 196.000 Gästen. Fast zwei Drittel der Besucher strömten zur Eröffnungsshow auf den Heldenplatz. Allerdings sank die Auslastung der Veranstaltungen unter Rau von 96 auf 91 Prozent.
Das Zentrum des Festivals bildete Rauinszenierung Republik der Götter, die fünf Wochen lang aufgeführt wurde. Er selbst bezeichnete das Stück als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Die Produktion löste zudem gesellschaftspolitische Debatten aus – nicht zuletzt wegen der umstrittenen Einbindung der selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco.
Auch andere Aufführungen hinterließen starken Eindruck. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder Die Lust am Sterben zählte zu den Höhepunkten. Florentina Holzingers Pfingstspiel begeisterte mit spektakulärer Stunt-Choreografie, donnerndem Trommelwirbel und düsteren Cello-Klängen. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Thorsten Lensings Tanzende Idioten, mit Ursina Lardi in der berührenden Rolle einer todkranken Frau, erntete ebenfalls große Anerkennung. Zudem trat Patti Smith mit bemerkenswerten Auftritten während des Festivals auf.
Trotz des leichten Rückgangs bei der Auslastung zogen die Festwochen große Menschenmengen an und präsentierten mutige, zum Nachdenken anregende Werke. Die Veranstaltung festigte damit ihren Ruf als Plattform für ambitionierte und provokante Performances.






