Netzausbau stockt: Wie Kommunen und Betreiber die Energiewende beschleunigen wollen
Mahmut UllmannNetzausbau stockt: Wie Kommunen und Betreiber die Energiewende beschleunigen wollen
Vertreter von Netzbetreibern, Kommunen und Behörden trafen sich in Emmendingen, um die Herausforderungen beim Ausbau der Stromnetze zu erörtern. Die Veranstaltung wurde vom Regionalverband Südlicher Oberrhein organisiert, an der auch die großen regionalen Netzbetreiber teilnahmen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die wachsende Belastung der Netze durch den steigenden Strombedarf und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Bei dem Treffen wurde deutlich, dass vor allem Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und neue Industrieverbraucher die Netze zusätzlich unter Druck setzen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die steigende Nachfrage übersteigen die Infrastrukturentwicklung, was zu Verzögerungen bei neuen Wind- und Solarprojekten sowie bei Unternehmen führt, die einen Netzanschluss beantragen.
Als mögliche Lösung wurde der Einsatz großflächiger Batteriespeicher diskutiert, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Allerdings belasten auch solche Systeme das Netz zusätzlich. Viele Städte und Gemeinden berichteten von einer stark gestiegenen Anzahl an Anfragen zu Batteriespeicherinstallationen.
Der Regionalrat Freiburg kündigte Pläne an, Genehmigungsverfahren für neue Netzinfrastrukturen zu beschleunigen. Dazu gehören schnellere Abläufe für Umspannwerke, Transformatorenstationen und Stromleitungen. Wolfgang Brucker, Geschäftsführer des Regionalverbands, betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern, Kommunen und Behörden, um die Energiewende reibungslos umzusetzen. Dr. Kai-Achim Klare, Vorsitzender des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, forderte eine bessere Koordinierung zwischen Stromerzeugung, Netzkapazität, Speicherung und Verbrauch.
Die Veranstaltung unterstrich die Dringlichkeit, den Netzausbau zu beschleunigen, um den steigenden Bedarf und die Integration erneuerbarer Energien zu bewältigen. Schnellere Genehmigungsverfahren und eine intensivere Zusammenarbeit aller Beteiligten wurden als entscheidende Schritte identifiziert. Ohne diese Maßnahmen drohen weiterhin Verzögerungen bei der Anbindung neuer Energieprojekte und Unternehmen.
