03 February 2026, 08:28

Wellyou-Kampagne löst Shitstorm wegen sexistischer Fitness-Werbung aus

Eine Frau mit einem Pferdeschwanz, die ein weißes Bikini mit blauen und weißen Streifen trägt, schaut direkt in die Kamera, umgeben von Bildern von hohen modernen Gebäuden und fettem Text.

Wellyou-Kampagne löst Shitstorm wegen sexistischer Fitness-Werbung aus

Eine neue Werbekampagne des Fitnessstudio-Betreibers Wellyou hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Die vor einer Woche gestarteten Anzeigen zeigen nackte, durchtrainierte Models in Verbindung mit provokanten Slogans. Seitdem werfen Nutzer:innen in sozialen Medien dem Unternehmen vor, die Models zu sexualisieren und zu objektifizieren – einige drohen sogar mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft.

Zu den umstrittenen Slogans gehören Aussagen wie "Halt's Maul, heb den Hintern, spreiz die Beine" für Frauen und "Bis du endlich den größten hast" für Männer. Kritiker:innen halten diese Formulierungen für entwürdigend. Die Bremer Landesfrauenbeauftragte betont, dass der Satz "spreiz die Beine" sogar Gewalt andeuten könnte. Beim Deutschen Werberat sind bereits Dutzende Beschwerden eingegangen – eine ungewöhnlich hohe Zahl für eine einzelne Kampagne. Die Behörde prüft den Fall nun.

Wellyou verteidigt die Werbung mit dem Argument, sie solle Fitnessvorteile wie Kraft, Disziplin und Selbstbewusstsein fördern. Sexuelle Absichten hinter den Motiven oder Texten weist das Unternehmen zurück. Dennoch stufen sowohl der Deutsche Werberat als auch die Bremer Landesfrauenbeauftragte die Kampagne nach ihren Richtlinien als sexistisch ein.

In Bremen können Bürger:innen sexistische Werbung bei der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten melden. Wird eine Anzeige als unangemessen eingestuft, kann die Behörde die Entfernung der Plakate von öffentlichen Litfaßsäulen anordnen. Laut Deutscher Werberat wurden in der ersten Jahreshälfte 2025 von 196 geprüften Werbefällen 12 wegen Sexismusvorwürfen beanstandet.

Der Shitstorm setzt Wellyou unter Druck: Nutzer:innen kündigen in sozialen Medien an, wegen der Kampagne den Fitnessstudio-Anbieter zu wechseln. Die Prüfung durch den Deutschen Werberat wird zeigen, ob die Werbung gegen Branchenstandards verstößt. Bei einem Verstoß könnte das Unternehmen gezwungen werden, das umstrittene Material zurückzuziehen.