Innovationspolitik in der Krise: Warum Deutschlands Pläne für Forschung scheitern
Mahmut UllmannInnovationspolitik in der Krise: Warum Deutschlands Pläne für Forschung scheitern
Deutschlands Innovationspolitik steht vor wachsender Kritik – neuer Bericht zeigt verfehlte Ziele und bürokratische Verzögerungen
Der Jahresbericht 2026 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) wurde von Sprecherin Ayşe Asar an Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben – und offenbart eine klaffende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Analyse macht deutlich, dass Forschung und Innovation für Deutschlands und Europas Wohlstand, Sicherheit und Unabhängigkeit unverzichtbar bleiben. Doch trotz Rekordverschuldung von 870 Milliarden Euro verfehlt das Land weiterhin sein Ziel, 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung zu investieren. Durch Sparmaßnahmen im Haushalt 2027 rückt dieses Vorhaben nun in noch weitere Ferne.
Kanzler Merz hatte Innovation zwar zur Priorität erklärt, doch eine kohärente Strategie lässt weiterhin auf sich warten. Stattdessen vergingen Monate in Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem Wirtschaftsministerium und dem Bildungs- und Forschungsministerium. Mittel für die Hightech-Agenda wurden wegen fehlender konkreter Pläne eingefroren.
Besonders mittelständische Unternehmen (KMU) leiden der Studie zufolge unter überbordender Bürokratie und unerfüllten Versprechen. Großkonzerne hingegen profitieren von direktem Zugang zum Kanzler bei hochkarätigen Investitionsgipfeln. Ohne eine stärkere europäische Abstimmung, warnt der Bericht, bleibe Deutschlands Innovationspolitik zersplittert – mit der Gefahr eines weiteren Rückgangs der Wettbewerbsfähigkeit.
Das EFI-Gutachten zeichnet ein düstere Bilanz aus Stockungen und verpassten Chancen. Ohne eine geschlossene Strategie und effizientere Mittelverteilung drohen Deutschlands Innovationsziele zu scheitern. Die Ergebnisse erhöhen nun den Druck auf die Politik, aus Ankündigungen endlich konkretes Handeln werden zu lassen.






