Warum scheitern Unternehmen an der integrierten Unternehmensplanung trotz bekannter Vorteile?
Bernhardine RörrichtWarum scheitern Unternehmen an der integrierten Unternehmensplanung trotz bekannter Vorteile?
Eine neue Studie zeigt: Viele Unternehmen tun sich schwer damit, integrierte Unternehmensplanung (IBP) vollständig einzuführen – obwohl diese erhebliche Vorteile bietet. Die von der Camelot Management Consultants AG durchgeführte Untersuchung deckt Lücken in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit und Umsetzungsprobleme auf. Die meisten Firmen setzen weiterhin auf grundlegende Formen der IBP und verpassen so die Chance auf eine widerstandsfähigere Lieferkette.
Für den IBP-Radar 2020 von Camelot wurden Fachleute aus global agierenden Unternehmen der Chemie-, Pharma-, Konsumgüter- und Fertigungsbranche befragt. Die Studie ergab, dass 80 Prozent der Führungskräfte IBP als unverzichtbar für flexible Lieferketten betrachten. Dennoch haben über 70 Prozent der Befragten bisher nur die einfachsten Varianten umgesetzt.
Das größte Hindernis ist die mangelnde Erfahrung mit der funktionsübergreifenden Teamarbeit, die IBP erfordert. In etwa zwei Dritteln der Unternehmen bleiben Finanzabteilungen von den regelmäßigen IBP-Prozessen ausgeschlossen. Diese fehlende Einbindung schränkt die Wirksamkeit des Systems deutlich ein.
Ziel der IBP ist es, Vertriebs-, Finanz- und Lieferkettenplanung aufeinander abzustimmen und so die Zusammenarbeit zu verbessern. Richtig angewendet kann sie Durchlaufzeiten verkürzen, die Agilität steigern und die Lieferzuverlässigkeit erhöhen. Doch die Coronavirus-Pandemie hat den Druck verstärkt und Schwachstellen in den Unternehmens-Lieferketten offenbart. Die meisten befragten Firmen nennen Agilität und zuverlässige Lieferungen nun als ihre größten Herausforderungen für die kommenden drei Jahre.
Die Studie macht eine klare Diskrepanz zwischen Erkenntnis und Handlung deutlich: Zwar sehen Führungskräfte in IBP eine Lösung, doch die Umsetzung bleibt zögerlich und unvollständig. Ohne eine tiefere Integration – insbesondere der Finanzbereiche – riskieren Unternehmen, die nötige Widerstandsfähigkeit und Flexibilität in einem unsicheren Markt nicht zu erreichen.






