Wacker Chemie schreibt 2025 Rekordverlust von 805 Millionen Euro
Adriane BoucseinWacker Chemie schreibt 2025 Rekordverlust von 805 Millionen Euro
Wacker Chemie verzeichnet 2025 Nettoverlust von 805 Millionen Euro
Der Chemiekonzern Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro ausgewiesen – ein schwieriges Jahr für den Münchner Hersteller. Als Gründe für den deutlichen Gewinnrückgang nannte das Unternehmen Sonderbelastungen, schwache Nachfrage und hohe Energiekosten. Zum ersten Mal seit Jahren wird keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.
Der Gesamtumsatz des Konzerns sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) brach stark ein und fiel um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro. Vorstandschef Christian Hartel führte die schwache Marktnachfrage, den zunehmenden Wettbewerb und die wirtschaftliche Unsicherheit als zentrale Faktoren für die Krise an.
Geringere Absatzmengen, sinkende Preise und unausgelastete Produktionskapazitäten verschärften die finanzielle Belastung. Die hohen Energiekosten in Deutschland drückten zusätzlich auf die Margen und trieben das Unternehmen in die Verlustzone. Als Reaktion startete Wacker Chemie im Oktober 2025 das Sparprogramm PACE, mit dem die jährlichen Ausgaben um über 300 Millionen Euro gekürzt und weltweit mehr als 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen.
Für 2026 erwartet das Unternehmen eine leichte Erholung. Im ersten Quartal wird ein Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro prognostiziert, das EBITDA soll zwischen 140 und 160 Millionen Euro liegen. Für das Gesamtjahr rechnet Wacker mit einem niedrigen einstelligen Wachstum bei Umsatz und EBITDA.
Langfristig setzt der Konzern auf Spezialchemikalien, Halbleitermaterialien und biotechnologische Innovationen. Die Unternehmensführung betonte, in den kommenden Jahren wieder zu profitablen Wachstum zurückkehren zu wollen.
Die Ergebnisse für 2025 spiegeln eine schwierige Phase für die Chemieindustrie wider. Während Wacker Chemie nun Umstrukturierungen vorantreibt, hofft das Unternehmen auf schrittweise Verbesserungen im Jahr 2026. Die Aktionäre müssen indes auf eine Dividende verzichten, da das Unternehmen Kostensenkungen und eine strategische Neuausrichtung priorisiert.






