Von Welsen, Pavianen und fliegenden Geiern: Deutschlands skurrilste Tiertaten 2024
Philipp NetteTierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Von Welsen, Pavianen und fliegenden Geiern: Deutschlands skurrilste Tiertaten 2024
Deutschland erlebte in diesem Jahr eine Reihe ungewöhnlicher Tiernachrichten – mal besorgniserregend, mal kurios
Von umstrittenen Tötungen bis zu skurrilen Entdeckungen: Die Ereignisse sorgten bundesweit für Aufsehen und brachten Behörden sowie Tierschützer oft aneinander. Mal stand die öffentliche Sicherheit im Mittelpunkt, mal der Artenschutz – nicht selten prallten dabei unterschiedliche Interessen aufeinander.
Das Jahr begann mit einer überraschenden Entdeckung in Niederbayern. Im Frühjahr fand ein örtlicher Metzger den seit Jahren verschollenen Ehering von Landwirt Johannes Brandhuber im Magen seiner Kuh Herzal – und zwar während der Schlachtung. Der Ring war offenbar Jahre zuvor beim Arbeiten auf dem Hof verschluckt worden.
Doch im Juni eskalierte die Lage am Brombachsee in Mittelfranken: Ein zwei Meter langer Wels griff am 20. des Monats Badende an und verletzte mehrere Menschen. Nach Rücksprache mit einem Angelverein und der Wasserrettung entschied die Polizei, den Fisch als Sicherheitsrisiko zu töten. Experten vermuteten später, dass das aggressive Verhalten auf niedrige Wasserstände zurückging – der Wels habe vermutlich sein Gelege verteidigt. Tierschützer erstatteten daraufhin Strafanzeige wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen. Noch im selben Monat geriet der Nürnberger Tiergarten in die Kritik, nachdem er zwölf gesunde Paviane wegen Platzmangels im Gehege getötet hatte. Die Entscheidung löste Proteste von Tierrechtsgruppen aus und führte zu rund 350 Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft. Kritiker warfen dem Zoo vor, gegen Tierschutzvorschriften verstoßen zu haben.
Der Sommer brachte dagegen eine beeindruckende Reise aus der Luft: Vincent, ein Bartgeier aus dem Nationalpark Berchtesgaden, überflog 1.600 Kilometer durch Deutschland und erreichte schließlich die Nordsee. Seine Wanderung faszinierte Vogelkundler und Naturschützer gleichermaßen. Im November sorgte die vierjährige Hündin Bella aus Oberbayern für Schlagzeilen, nachdem sie aus ihrem Garten ausbrach, selbstständig in eine S-Bahn stieg und schließlich in einem Polizeiauto landete – zur Verwirrung ihrer Besitzer.
Ebenfalls im November sorgte ein bürokratisches Missgeschick in München für Heiterkeit: Der Beitragsservice von ARD und ZDF schickte eine Zahlungsaufforderung an einen örtlichen Hund namens Urax. Den Abschluss des Jahres bildete eine Rettungsaktion bei Quedlinburg: Am 11. Dezember befreite Feuerwehrmann Dustin ein Huhn, das nach einem Lkw-Unfall in der Nähe der A36 gestrandet war. Der unversehrte Vogel konnte wohlbehalten an seinen Besitzer zurückgegeben werden.
Die Vorfälle zeigten einmal mehr, wie unberechenbar das Zusammenleben von Mensch und Tier sein kann. Während die Tötungen des Welses und der Paviane juristische Folgen nach sich zogen, sorgten leichtere Momente – wie der Flug eines wandernden Geiers oder die Zugfahrt eines Hundes – für unerwartete Unterhaltung. Gleichzeitig warfen die Ereignisse erneut Fragen zu Tierschutzstandards und dem Umgang mit öffentlichen Sicherheitsrisiken auf.