Volkswagen-Chef Müller unter Verdacht: Neue Ermittlungen im Diesel-Skandal
Bernhardine RörrichtVolkswagen-Chef Müller unter Verdacht: Neue Ermittlungen im Diesel-Skandal
Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller steht wegen des Diesel-Skandals unter Ermittlungsdruck. Staatsanwälte in Stuttgart prüfen, ob er und zwei weitere Führungskräfte der Porsche SE die Offenlegung entscheidender Informationen verzögert haben. Müller bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont, das Unternehmen habe sich stets an die finanziellen Vorschriften gehalten.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Vorwürfe der Kursmanipulation im Zusammenhang mit dem Abgasskandal. Die Aktien von Volkswagen AG und Porsche SE waren nach Bekanntwerden der Affäre stark eingebrochen. Müller, der auch im Aufsichtsrat der Porsche SE sitzt, versichert, Volkswagen habe alle kapitalmarktrechtlichen Pflichten erfüllt. Er fordert eine zügige Klärung des Falls, da anhaltende Unsicherheit dem Unternehmen schade. Sein aktueller Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft noch bis Mitte 2020, und es gibt derzeit keine Bestrebungen, ihn vorzeitig abzulösen.
Trotz der juristischen Prüfung hat Müller keine möglichen Nachfolger benannt. Allerdings deutete er an, einem internen Kandidaten den Vorzug zu geben. Volkswagen hat bereits Gespräche über eine mögliche Nachfolge aufgenommen.
Der Diesel-Skandal war 2015 aufgedeckt worden, als Behörden entdeckten, dass Volkswagen illegale Software eingesetzt hatte, um Abgastests zu manipulieren. Die Folgen waren Milliardenstrafen und ein drastischer Kursverfall bei Volkswagen und Porsche SE. Nun untersuchen die Ermittler, ob Führungskräfte Anleger nicht rechtzeitig über die finanziellen Risiken informiert haben.
Die Ermittlungen erhöhen den Druck auf die Volkswagen-Führung, die sich weiterhin von den Folgen des Skandals erholt. Müller bleibt vorerst im Amt, ein erzwungener Rücktritt vor Vertragsende gilt als unwahrscheinlich. Das Ergebnis der Untersuchungen könnte die künftige Ausrichtung des Konzerns und die Wahl seines nächsten Vorstandsvorsitzenden maßgeblich beeinflussen.






