Vatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe erhalten klare Absage
Philipp NetteVatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe erhalten klare Absage
Der Vatikan hat einen Antrag deutscher Bischöfe abgelehnt, Laien unter bestimmten Umständen die Predigt während der Messe zu gestatten. Die Entscheidung folgt auf einen Vorschlag aus dem „Synodalen Weg“, der vorsah, qualifizierten Laien zu erlauben, an Sonn- und Feiertagen die Homilie zu halten. Kardinal Arthur Roche, Leiter des Dikasteriums für Gottesdienst und Sakramentenordnung, wies das Ersuchen in einer aktuellen Stellungnahme offiziell zurück.
Der „Synodale Weg“, ein Reformprozess mit Beteiligung von Laiengruppen und Bischöfen in Deutschland, hatte sich für die Änderung eingesetzt. Als Begründung führte man pastorale Notwendigkeiten an, die es rechtfertigten, Laien das Predigen während der Messe zu ermöglichen. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erklärte, die Kampagne für die Zulassung von Laienpredigten werde gemeinsam mit den deutschen Bischöfen fortgesetzt.
Kardinal Roche stützte seine Ablehnung auf geltendes Kirchenrecht. Er verwies auf den Codex des Kanonischen Rechts, der die Homilie Priestern und Diakonen vorbehält. Zudem bezog er sich auf die vatikanische Instruktion Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004, die diese Regelung untermauert. Der Kardinal betonte, dass es sich bei der Einschränkung nicht lediglich um eine disziplinarische Maßnahme handle, sondern dass sie sich aus dem Wesen der Liturgie selbst ergebe.
Papst Franziskus hatte den „Synodalen Weg“ zuvor bereits für seinen Ansatz kritisiert. Er warnte, der Prozess werde von ideologischen Motiven statt von geistlicher Führung geprägt. Der Katholische Deutsche Frauenbund verurteilte die Vatikan-Entscheidung und wirft der Kirche vor, damit die Ausgrenzung von Frauen aus bedeutenden Ämtern und Diensten zu manifestieren.
Die vatikanische Regelung bedeutet, dass Laien in Deutschland unter den vorgeschlagenen Bedingungen nicht während der Messe predigen dürfen. Die Entscheidung bestätigt die Haltung der Kirche, wonach nur geweihte Amtsträger die Homilie halten dürfen. Deutsche Laienverbände haben signalisiert, dass sie sich trotz der Absage weiterhin für eine Reform einsetzen werden.
