31 May 2026, 06:24

Tim Raues brutale Jugend bei den "36 Boys" – vom Bandenmitglied zum Gewaltgegner

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

Tim Raues brutale Jugend bei den "36 Boys" – vom Bandenmitglied zum Gewaltgegner

Ein neues Buch enthüllt die gewalttätige Vergangenheit der Berliner Straßenbande „36 Boys“ aus der Perspektive des ehemaligen Mitglieds Tim Raue. Heute ein Gegner von Gewalt, erlebte er einst brutale Aufnahmerituale und erbitterte Auseinandersetzungen mit verfeindeten Gruppen. Seine Geschichte wirft ein Licht auf die Bandenkultur während seiner Jugendjahre in Kreuzberg.

Die „36 Boys“ formierten sich in Berlin-Kreuzberg als eine Möglichkeit für junge Mitglieder, Anerkennung und Akzeptanz zu finden. Tim Raue stieg mit 14 Jahren ein und blieb bis zu seinem 16. Lebensjahr dabei. Um sich zu beweisen, mussten Neulinge zwei bestehende Mitglieder drei Minuten lang bekämpfen – Raue hielt die volle Zeit nicht durch, weigerte sich aber zu fliehen.

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Zusammenstöße mit rivalisierenden Banden waren an der Tagesordnung, oft stand die „36 Boys“ dabei im Verhältnis zwei zu eins in Unterzahl. Raue gibt zu, dass er einmal während einer Schlägerei fliehen wollte, aber blieb – aus Angst, dass ein Rückzug Schande über ihn bringen würde. Eine Narbe im Gesicht, eine Folge seiner Initiation, trägt er bis heute als Zeichen des Stolzes, auch wenn er Gewalt mittlerweile ablehnt.

Der Journalist Paul Christoph Gäbler hat diese Erlebnisse in einem Buch über die Bande dokumentiert. Raues Schilderungen zeigen den Druck, standzuhalten – selbst wenn man überfordert war.

Raues Zeit bei den „36 Boys“ liegt längst zurück, doch seine Geschichte bietet einen ungeschönten Einblick in das Bandenleben des Berlin der 1990er-Jahre. Das Buch fängt eine Ära ein, in der Loyalität und Trotz die Angst überlagerten – und bleibende Spuren hinterließen, sowohl körperlich als auch seelisch. Sein Abschied von der Gewalt steht in scharfem Kontrast zu der Haltung, die ihn einst zum Kämpfen zwang.

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