29 June 2026, 20:34

Tempelhof oder ICC? Berlins Philharmonie sucht teures Interim für 2032-Sanierung

Zu viel Hysterie!

Tempelhof oder ICC? Berlins Philharmonie sucht teures Interim für 2032-Sanierung

Berlin diskutiert über ein temporäres Domizil für die Philharmonie während der Sanierung 2032

Eine aktuelle Umfrage zeigt eine deutliche öffentliche Unterstützung für den Flughafen Tempelhof als Spielstätte – 66 Prozent der Befragten befürworten den Vorschlag. Unterdessen stehen andere Kultureinrichtungen vor eigenen Herausforderungen und Veränderungen.

Eine Erhebung des Branchenmagazins BackstageClassical ergab, dass Tempelhof als bevorzugter Standort für den Umzug der Philharmonie gilt. Das Internationale Congress Centrum (ICC) erhielt lediglich fünf Prozent Zustimmung, während sich 29 Prozent für alternative Standorte aussprachen. Auch das Fachmagazin VAN schlägt Tempelhof vor, doch die geschätzten Kosten belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Andrea Zietzschmann, Intendantin der Philharmonie, äußerte sich skeptisch über das ICC – die von der Stadt favorisierte Lösung. Kürzlich kündigte sie an, ihren Vertrag nicht zu verlängern; Gerüchten zufolge könnte ihre Amtszeit bereits 2028 enden.

Finanzielle Engpässe und Führungsfragen sorgen für Schlagzeilen Die Sanierungskosten des Salzburger Festspielleitungsgebäudes sind von ursprünglich 519 Millionen auf nun 635 Millionen Euro gestiegen. In Bonn erklärte Beethovenfest-Intendant Steven Walter sein Festival kurzerhand zur „No-Dick-Pic-Zone“ und verbannte wiederholte Belästiger. Die Entscheidung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), sein Klassikradio auf DAB+ durch BR-Klassik zu ersetzen, stieß auf öffentliche Kritik.

Künstlerische Wechsel und Absagen Matthias Goerne sagte seine Auftritte in Israel ab, darunter Herzog Blaubarts Burg mit Lahav Shani, und begründete dies mit Reiseproblemen. Karin Bergmann, die Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser, bot an, dessen geplante Konzerte zu übernehmen – eine Antwort steht jedoch noch aus. Tobias Kratzers Inszenierung der Walküre im Münchner Ring-Zyklus erntete hingegen durchweg Lob. John Eliot Gardiner sieht sich hingegen Vorwürfen wegen seines Verhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin beim Leipziger Bachfest ausgesetzt. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda kritisierte öffentlich die Äußerungen Michel Friedmans zur deutschen kulturellen Identität. Oliver Wille, Leiter der Hitzacker Sommer-Musiktage, forderte die Branche zu einem ernsthafteren und werktreueren Umgang mit Musik auf.

Tempelhof als teure, aber beliebte Lösung Die Debatte um den Interimsstandort der Philharmonie hält an, wobei Tempelhof als favorisierte, wenn auch kostspielige Option gilt. Vertragsunsicherheiten, Budgetüberschreitungen und Personalwechsel prägen derzeit die deutsche Kulturlandschaft – ergänzt durch prominente Absagen und Kontroversen, die die Branche in Aufruhr versetzen.

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