Taylor Swifts Song bringt vergessene Ophelia ins Museum Wiesbaden
Mahmut UllmannTaylor Swifts Song bringt vergessene Ophelia ins Museum Wiesbaden
Taylor Swifts neuester Song Das Schicksal der Ophelia hat weltweit das Interesse an einem bisher wenig bekannten Gemälde geweckt. In dem Lied wird Ophelia von Friedrich Heyser erwähnt, das im Museum Wiesbaden in Deutschland ausgestellt ist. Nur wenige Tage nach Veröffentlichung des Songs strömten über 500 Fans – die sich selbst als "Swifties" bezeichnen – in das Museum, um das Kunstwerk mit eigenen Augen zu sehen.
Die plötzliche Aufmerksamkeit hat das Gemälde aus dem 19. Jahrhundert in den Fokus gerückt und sowohl Kunstexperten als auch lokale Politiker dazu veranlasst, Swift nach Wiesbaden einzuladen.
Das Gemälde Ophelia wurde 2017 von Danielle Neess und ihrem verstorbenen Mann bei einer Auktion erworben. Damals befand sich das Werk in schlechtem Zustand und benötigte eine umfangreiche Restaurierung. Einige Jahre später übergaben das Paar seine gesamte Sammlung, darunter auch Ophelia, als Schenkung an das Museum Wiesbaden. Ihre Spende erweiterte zudem den Bestand des Museums an Jugendstil-Werken (Art Nouveau) und umfasst Arbeiten von über 60 Designerinnen aus den Jahren 1905 bis 1921.
Mit einer Breite von 181 cm und einer Höhe von 90,5 cm ist Ophelia nun zu einem kulturellen Gesprächsthema geworden. Der Kunstexperte David Suppes sieht den plötzlichen Ansturm als Chance, das Publikum wieder mit dem Jugendstil und weniger bekannten Künstlern wie Heyser vertraut zu machen. Suppes und Neess haben Swift sogar persönlich eingeladen, in der Hoffnung, sie möge das Museum besuchen. Auch Hessens Minister für Kunst und Kultur, Timon Gremmels, hat der Sängerin offiziell eine Einladung ausgesprochen.
Neess, die zugibt, keine typische Pop-Fan zu sein, begrüßt dennoch die Aufmerksamkeit, die der Song dem Gemälde gebracht hat. Ein Ausschnitt ihres Gesprächs mit Suppes über den neuen Ruhm des Kunstwerks wird bald auf seinem Instagram-Kanal geteilt.
Das Museum Wiesbaden plante bereits für 2025 eine Ausstellung der Neess-Sammlung anlässlich von Danielle Neess' Geburtstag. Die Schau Plakatfrauen. Frauenplakate wird bis Januar 2026 zu sehen sein und rund 400 Werke von Designerinnen des frühen 20. Jahrhunderts präsentieren. Der Jugendstil bleibt ein zentraler Schwerpunkt der Ausstellung – nun mit zusätzlichem Interesse dank Swifts Song.
Die Veröffentlichung des Liedes hat bereits innerhalb von nur zwei Tagen Hunderte von Besuchern in das Museum gelockt. Nun warten Verantwortliche und Sammler gespannt darauf, ob Taylor Swift die Einladung nach Wiesbaden annehmen wird. Bis dahin genießen sowohl das Gemälde als auch die Jugendstil-Bewegung ein seltenes Moment im Rampenlicht der Öffentlichkeit.