Steuerreform 2024: Warum Geringverdiener leer ausgehen könnten
Die deutsche Regierung hat finanzielle Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener versprochen. Doch Experten warnen, dass geplante Senkungen der Einkommensteuer gerade denen kaum helfen könnten, die sie am dringendsten benötigen. Der eigentliche Druck entsteht vielmehr durch steigende Sozialabgaben – besonders angesichts der alternden Bevölkerung.
Dank des progressiven Steuersystems in Deutschland zahlen die wohlhabendsten 50 Prozent der Haushalte bereits 93,5 Prozent der gesamten Lohnsteuer. Eine Senkung der Einkommensteuer würde vor allem Besserverdiener begünstigen, während Geringverdiener kaum spürbare Entlastung erfahren. Gleichzeitig fressen Sozialabgaben wie Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge einen weit größeren Anteil ihres Lohns auf.
Der staatliche Haushalt lässt kaum Spielraum für umfangreiche Steuersenkungen. Auch Länder und Kommunen sind auf die Einnahmen aus der Lohnsteuer angewiesen, was Kürzungen erschwert. Angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung und des Erstarkens der rechtspopulistischen AfD wächst der Druck auf schnelle Lösungen.
Analysten schlagen vor, stattdessen die Krankenkassenbeiträge zu senken – das würde die Belastung gezielter verringern. Im Gegensatz zu Steuersenkungen käme dies direkt den Haushalten mit bescheidenen Einkommen zugute. Doch die aktuelle Regierungsplanung konzentriert sich auf die Reform der Einkommensteuer – ein Schritt, der sein Ziel verfehlen könnte.
Ohne Anpassungen bei den Sozialabgaben dürften Gering- und Mittelverdiener von den Steuerreformen kaum profitieren. Die alternde Bevölkerung wird die Kosten weiter in die Höhe treiben und die finanzielle Schere noch weiter öffnen. Jede Entlastung muss nun den schmalen Haushaltsspielraum mit der Notwendigkeit gerechterer Unterstützung in Einklang bringen.






