Söder fordert Tempo von der Ampel: "Durch diese dicken Bretter bohren"
Adriane BoucseinSöder fordert Tempo von der Ampel: "Durch diese dicken Bretter bohren"
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung zu schnellerem Handeln aufgefordert. Er warnte, dass die anhaltenden Blockaden zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil Zweifel an der Funktionsfähigkeit der parlamentarischen Demokratie schüren. Trotz der schwierigen ersten Amtszeit der Koalition betonte Söder die Dringlichkeit von Entscheidungen.
Söder räumte ein, dass die bisherige Bilanz der Regierung nicht überzeugend sei. Dennoch bekräftigte er seine Unterstützung für deren Ziele und wies Vorwürfe zurück, Merz’ Führungsstil sei zu technokratisch. Stattdessen forderte er die Koalitionspartner auf, ihre Differenzen zu überwinden und die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
Der CSU-Vorsitzende verwies zudem auf externe Herausforderungen wie US-Zölle und die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Diese Probleme erforderten seiner Meinung nach entschlossenes Handeln statt politischer Lähmung. Auf Fragen zu Berichten über heftige Auseinandersetzungen zwischen Merz und Klingbeil ging Söder nicht ein.
Während einige Beobachter ein vorzeitiges Scheitern der Koalition für möglich halten, lehnte Söder diese Spekulationen entschieden ab. Er mahnte zu Geduld und beschrieb die anstehende Arbeit mit dem Bild, man müsse „durch diese dicken Bretter bohren“. Sein Fokus liege darauf, die Regierung zu stabilisieren, statt über deren Zukunft zu mutmaßen.
Söders Äußerungen spiegeln die wachsende Ungeduld mit den zögerlichen Fortschritten der Koalition wider. Er machte deutlich, dass interne Streitigkeiten die Regierungsarbeit nicht lähmen dürften – besonders angesichts der wirtschaftlichen und energetischen Herausforderungen. Vorerst steht er weiterhin hinter Merz’ Führung, drängt jedoch auf schnellere Ergebnisse.






