Sachsen-Anhalt vor ungewisser Regierungsbildung: CDU lehnt AfD und Linke ab – doch Wähler sehen es anders
Adriane BoucseinSachsen-Anhalt vor ungewisser Regierungsbildung: CDU lehnt AfD und Linke ab – doch Wähler sehen es anders
Eine neue Umfrage offenbart tiefe Gräben bei den Koalitionsoptionen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Die CDU hat Partnerschaften sowohl mit der Linken als auch mit der rechtsextremen AfD kategorisch ausgeschlossen – die Regierungsbildung bleibt damit ungewiss. Gleichzeitig befürwortet fast die Hälfte der Unionsanhänger eine Zusammenarbeit mit der Linken eher als mit der AfD.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai durchgeführte Erhebung, an der 1.003 Personen teilnahmen (Fehlermarge: 3,1 %), zeigt: 48 Prozent der CDU/CSU-Wähler würden eine Koalition mit der Linken bevorzugen, während 27 Prozent sich für die AfD aussprechen. Dennoch hat die CDU offizielle Bündnisse mit beiden Parteien ausgeschlossen.
Fast die Hälfte der Befragten ist zudem der Ansicht, dass die sogenannte „Brandmauer“ gegen die AfD der rechtsextremen Partei sogar nützt. Da keine klare Mehrheit in Sicht ist, könnte Sachsen-Anhalt am Ende eine Minderheitsregierung erhalten. Dies würde die CDU zwingen, im Einzelfall mit der Linken zusammenzuarbeiten, um Gesetze durchzubringen.
Das Wahlergebnis wird maßgeblich davon abhängen, ob die CDU Unterstützung bei der Linken sucht oder an ihrer Ablehnung beider Extrempositionen festhält. Beide Optionen bergen das Risiko, Teile der eigenen Wählerschaft zu verprellen.
Die Umfrage unterstreicht die Herausforderungen für die nächste Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Eine Minderheitsregierung bleibt denkbar, wobei die CDU bei entscheidenden Abstimmungen auf die Stimmen der Linken angewiesen sein könnte. Da die Partei eine Zusammenarbeit mit der AfD jedoch weiterhin ausschließt, bleiben nur wenige Alternativen.






