Rheinmetall verkauft Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Adriane BoucseinRheinmetall verkauft Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro an AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit dem Finanzinvestor AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Die Transaktion markiert einen weiteren Schritt in der Neuausrichtung des Unternehmens auf das Kerngeschäft mit Verteidigungslösungen. Beide Seiten betonten die Bedeutung des Deals, der noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden bedarf.
Die Sparte, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erzielte, beschäftigt etwa 6.250 Mitarbeiter. AEQUITA übernimmt den Geschäftsbetrieb und behält sämtliche Arbeitsplätze – die Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice bleiben ebenfalls erhalten. Zum Verkaufspaket gehören zudem die Markenrechte; AEQUITA wird das Geschäft als eigenständige Einheit weiterführen.
Nicht alle Vermögenswerte wechseln jedoch den Besitzer: Drei deutsche Standorte der KS Huayu AluTech verbleiben als Joint Venture bei Rheinmetall. Ebenfalls im Konzern bleiben die Dermalog SensorTec sowie das spanische Werk von Pierburg S.A. in Abadiano. Der Standort in Abadiano soll nach einer Übergangsphase vollständig auf die Produktion für militärische Zwecke umgestellt werden.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezeichnete den Verkauf als „Meilenstein in der Unternehmensgeschichte“. Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Desinvestitionen ein, zu denen auch der Abstoß der Groß- und Kleinkolbenaktivitäten in den Jahren 2023 und 2024 zählte. Axel Geuer, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von AEQUITA, zeigte sich stolz über die Übernahme und prognostizierte, dass der Umsatz im Automobilsegment des Investors dadurch auf etwa fünf Milliarden Euro steigen werde.
Der Abschluss des Geschäfts wird für das vierte Quartal 2026 erwartet – vorbehaltlich finaler Anpassungen und der kartellrechtlichen Freigabe. Mit der Übernahme baut AEQUITA sein Automobilgeschäft deutlich aus, während Rheinmetall die Konzentration auf den Verteidigungssektor weiter vorantreibt. Für Mitarbeiter und Betriebsabläufe ändert sich unter der neuen Eigentümerschaft vorerst wenig; die Transaktion spiegelt für beide Unternehmen eine strategische Weichenstellung wider.






