Qualzucht bei Haustieren: Warum extreme Schönheit Tiere krank macht
Adriane BoucseinQualzucht bei Haustieren: Warum extreme Schönheit Tiere krank macht
Zucht von Haustieren für extreme Schönheitsideale kann chronische Schmerzen verursachen. Hohe Tierarztkosten und ein frühes Sterben sind häufig die Folge solcher Zuchtpraktiken. Nun drängt der Tierschutzrat des Bundes auf strengere Regeln, um die sogenannte "Qualzucht" zu stoppen.
Das Tierschutzgesetz verbietet bereits die Zucht von Tieren mit voraussichtlich schmerzhaften Fehlbildungen. Doch unklare Formulierungen lassen Schlupflöcher für schädliche Praktiken offen. Im September 2025 forderte der Tierschutzrat daher präzisere Kriterien, um diese Lücken zu schließen.
Der Rat berät das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Fragen des Tierschutzes. Seine aktuelle Empfehlung zielt auf Rassen ab, bei denen übertriebene Merkmale – wie flache Gesichter oder extrem große Körper – zu gesundheitlichen Problemen führen. Solche Eigenschaften erfordern oft teure Behandlungen und verkürzen das Leben der Tiere.
Staatssekretärin Sabine Kurtz rief künftige Tierhalter dazu auf, sich vor dem Kauf über die jeweiligen Rassen zu informieren. Viele beliebte Haustiere leiden unter Erkrankungen, die auf eine Zucht für optische statt gesundheitliche Kriterien zurückgehen.
Die vorgeschlagenen Änderungen sollen die Durchsetzung von Verboten gegen leidverursachende Zuchtmethoden verschärfen. Klare rechtliche Definitionen könnten chronische Schmerzen bei Tieren verringern und die Behandlungskosten für Halter senken. Nun liegt es am Ministerium, die Empfehlungen des Tierschutzrats umzusetzen.






