Porsche verlangt 200 Millionen Euro Schadensersatz von Audi wegen Diesel-Skandal
Adriane BoucseinPorsche verlangt 200 Millionen Euro Schadensersatz von Audi wegen Diesel-Skandal
Porsche beziffert die Schäden durch illegale Abschalteinrichtungen in von Audi gelieferten Dieselaggregaten auf rund 200 Millionen Euro. Das Problem führte zu einem Rückruf von etwa 22.000 Porsche Cayenne mit Dieselmotor in ganz Europa. Das Unternehmen fordert nun von Audi Schadensersatz für die finanziellen Folgen.
Die betroffenen Dieselmotoren stammen von Audi, da Porsche keine eigenen Selbstzünder herstellt. Die unzulässige Software löste einen groß angelegten Rückruf aus, von dem Tausende Fahrzeuge betroffen sind. Porsche hat inzwischen ein Software-Update für die betroffenen Modelle entwickelt, das derzeit auf die Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wartet.
Die Schätzung von 200 Millionen Euro umfasst Kosten für die Fahrzeug-Updates, Rechtsberatung, Mietwagen für Kunden sowie Wertminderungen bei Leasingmodellen. Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke hatte bereits angekündigt, dass das Unternehmen notfalls Schadensersatzforderungen gegen Audi geltend machen werde. Audi hat sich grundsätzlich bereit erklärt, Porsche zu entschädigen, doch die endgültige Summe wird erst nach Abschluss des Rückrufverfahrens feststehen.
Die zunächst genannten 200 Millionen Euro könnten noch nicht die vollständige Summe abdecken, die Audi letztlich übernehmen wird. Mit dem Rückruf und dem Software-Update will Porsche das Problem beheben – die behördliche Genehmigung steht jedoch noch aus. Die finanzielle Einigung zwischen den beiden Konzernen wird erst getroffen, sobald alle betroffenen Fahrzeuge bearbeitet wurden.






