Nordische Literaturtage in Hamburg feiern autobiografisches Erzählen und Debüts
Adriane BoucseinNordische Literaturtage in Hamburg feiern autobiografisches Erzählen und Debüts
Hamburg wird Schauplatz der Nordischen Literaturtage – ein Festival, das Autor:innen aus der gesamten nordischen Region feiert. Vom 24. bis 27. November findet die Veranstaltung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) statt und bietet Lesungen, Diskussionen sowie einen besonderen Fokus auf biografisches Erzählen in Lyrik und Prosa.
Eröffnet wird das Festival von Linn Ullmann, die ihren autofiktionalen Roman „Mädchen, 1983“ präsentiert. Später liest Karen Köhler aus der deutschen Übersetzung desselben Werks. Die meisten Beiträge bleiben in den Originalsprachen, werden jedoch durch deutsche Untertitel begleitet.
Ein zentrales Gespräch über Island führt Pedro Gunnlaugur Garcia gemeinsam mit Berit Glanz. Daneben teilen sich etablierte Namen wie Helle Helle, Katja Kettu und Ullmann die Bühne mit Debütant:innen aus Finnland und Dänemark. Kathrine Nedrejord, die samischer Herkunft ist, gibt ebenfalls ihr erstes Gastspiel beim Festival. Am Dienstag steht die Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen auf dem Programm, während eine Uraufführung an der HfbK biografische Kartografien durch Lyrik von sechs Autor:innen aus Schweden und Deutschland erkundet.
Die Tradition der Nordischen Literaturtage reicht bis ins Jahr 1986 zurück und war ursprünglich mit der jährlichen Hamburger Buchhändlertagung verknüpft. Mittlerweile hat sich das Festival zu einem der wichtigsten Foren nordischer Kultur in der Stadt entwickelt.
Die diesjährigen Literaturtage versammeln Schriftsteller:innen aus allen fünf nordischen Ländern und verbinden bekannte Stimmen mit aufstrebendem Talent. Mit einer Vielfalt an Sprachen, Themen und Formaten will das Festival die Bandbreite zeitgenössischen nordischen Erzählens in den Mittelpunkt rücken.