Nobelpreisträger kämpfen für Latein – während Jelinek und Neuwirth mit Opern-Comeback polarisieren
Bernhardine RörrichtNobelpreisträger kämpfen für Latein – während Jelinek und Neuwirth mit Opern-Comeback polarisieren
Eine vielbeachtete Petition zur Rettung des Lateinunterrichts an Schulen gewinnt an Fahrt – unterstützt von drei Nobelpreisträgern und prominenten Kulturpersönlichkeiten. Die unter dem Motto 'Latein ist kein Luxus – es ist Bildung' geführte Kampagne findet Zuspruch bei Schriftstellerin:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen, darunter Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth. Unterdessen feierte das neueste Werk des kreativen Duos, die Oper 'Monsters Paradies', kürzlich gefeierte Premiere in Hamburg.
Die auf aufstehn.at veröffentlichte Petition fordert die Bewahrung von Latein als zentrales Schulfach. Zu den Unterzeichner:innen zählen der Nobelpreisträger Peter Handke, der Physiker und Quantenforscher Anton Zeilinger sowie der Preisträger des Österreichischen Musiktheaterpreises 2025, Georg Nigl. Auch führende Mediziner:innen, Theaterregisseur:innen und Politiker:innen unterstützen die Initiative – ein Zeichen für die breite Sorge um den Rückgang der klassischen Bildung.
Am 1. Februar 2026 hatte 'Monsters Paradies' von Neuwirth und Jelinek an der Hamburger Staatsoper Premiere – ihre erste Zusammenarbeit seit über zwei Jahrzehnten. Unter der Regie von Tobias Kratzer und mit Bühnenbildern von Rainer Sellmaier verbindet die Oper groteskes Spektakel mit beißender politischer Satire. Die Handlung folgt zwei 'Vampirinnen', die gegen einen tyrannischen Präsidenten und seine Zombie-Armee kämpfen, während Avatare der Schöpferinnen das Chaos beobachten. Georg Nigl glänzte in der Rolle des gefräßigen 'König-Präsidenten' und erhielt für seine Darstellung hochgelobte Kritik.
Kritiker:innen feierten die Partitur der Oper, die Absurdität mit Tiefe vereint, sowie die mutigen visuellen Inszenierungen. Trotz des Erfolgs sind bisher keine internationalen Aufführungen geplant, und Suchergebnisse beschränken sich largely auf die Hamburger Premiere.
Die Petition sammelt weiterhin Unterschriften und unterstreicht die Bedeutung von Latein in der Bildung. 'Monsters Paradies' hingegen markiert ein beeindruckendes Comeback von Neuwirth und Jelinek – doch seine Zukunft über Hamburg hinaus bleibt ungewiss. Beide Projekte zeigen, wie klassische und avantgardistische Kultur weiterhin aktuelle Debatten prägen.