01 January 2026, 00:56

Neues Schutzglas für Satelliten-Solarzellen revolutioniert die Raumfahrttechnik

Mehrere Glasobjekte sind auf einer Oberfläche ausgebreitet.

Neues Schutzglas für Satelliten-Solarzellen revolutioniert die Raumfahrttechnik

Schott und Azur Space Solar Power entwickeln neues Schutzglas für Satelliten-Solarzellen

Ein neues Schutzglas für Solarzellen in Satelliten wurde von Schott und der Azur Space Solar Power GmbH entwickelt. Das unter dem Namen Solar Glass exos vorgestellte Material soll Photovoltaik-Zellen vor den extremen Bedingungen im Weltraum schützen. Erste Tests deuten darauf hin, dass es die Haltbarkeit von solarbetriebenen Satelliten für Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung deutlich verbessern könnte.

Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Schott und Azur Space, die eine zentrale Herausforderung der Raumfahrttechnik angehen wollten: den Schutz von Solarzellen vor Strahlung und extremen Temperaturen. Die anfänglichen Tests und Validierungen wurden mit Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt. Das Glas enthält cer-dotiertes Material, das eine starke UV-Absorption bietet und gleichzeitig die optische Stabilität über lange Zeiträume bewahrt.

Exos ist speziell für Mehrfachsolarzellen auf Basis von III-V-Halbleitern konzipiert, wie sie häufig in Missionen im niedrigen Erdorbit (LEO), mittleren Erdorbit (MEO) und geostationären Orbit (GEO) eingesetzt werden. Seine Dicke lässt sich anpassen, um unterschiedlichen UV-Schutz zu bieten und so zu verhindern, dass Klebstoffe und andere Materialien zu schnell altern. Diese Flexibilität trägt dazu bei, die Lebensdauer von Solarpaneelen im All zu verlängern. Derzeit durchläuft das Material die Zulassung nach den Standards der European Cooperation for Space Standardization (ECSS). Nach erfolgreicher Prüfung soll es in skalierbaren Formaten verfügbar sein, sodass Hersteller es an verschiedene Satellitendesigns anpassen können. Besonders vielversprechend ist seine Fähigkeit, selbst nach langer Strahlenbelastung hohe Transmissionsraten aufrechtzuerhalten – eine wichtige Eigenschaft für zukünftige Missionen.

Exos könnte sich bald als Standard für den Schutz von Solarzellen in Satelliten etablieren und so die Zuverlässigkeit von Missionen in unterschiedlichen Umlaufbahnen erhöhen. Das Glas soll die Leistung solarbetriebener Systeme steigern und sicherstellen, dass Satelliten über längere Zeiträume funktionsfähig bleiben. Die Zulassung nach ECSS-Standards wird schließlich über seine Eignung für den breiten Einsatz in der Raumfahrtindustrie entscheiden.