Neue Bühne Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris 2027 gehen muss
Bernhardine RörrichtNeue Bühne Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris 2027 gehen muss
Daniel Ris' Vertrag als Intendant der Neuen Bühne Senftenberg wird 2027 nicht verlängert
Die Entscheidung, den Vertrag des künstlerischen Leiters nicht zu erneuern, hat für Spekulationen gesorgt. Manche bringen sie mit seiner unangepassten Art und seiner klaren antifaschistischen Haltung in Verbindung. Unter seiner Führung hat das Theater jedoch wieder regionale Aufmerksamkeit erlangt – ähnlich wie zu Zeiten der DDR.
Seit Ris die Leitung übernommen hat, konnte er die Finanzen des Hauses stabilisieren und die Zuschauerzahlen steigern. Seine mutigen Saisoneröffnungen an historischen Orten lockten größere Besuchermengen an, während Veranstaltungen wie eine Debatte über den DDR-Sport oder eine nostalgische Show über die Sportförderung in der DDR auf großes Interesse stießen. Das Programm gilt als publikumsnah und identitätsstiftend, nicht aber als politisch extrem.
Trotz dieser Erfolge endet sein Vertrag vorzeitig. Konkrete Vorwürfe wurden nicht erhoben, doch es gibt vage Andeutungen zu Führungsproblemen und angeblichen finanziellen Schäden in Höhe von 250.000 Euro. Manche vermuten, dass seine progressive Haltung in einer Region, in der die rechtspopulistische AfD an Einfluss gewinnt, auf Widerstand stößt. Andere verweisen auf mögliche strukturelle Änderungen, etwa eine Trennung der künstlerischen und kaufmännischen Leitung.
Ris selbst gibt sich kämpferisch. Zwar zeigt er sich frustriert über die Entscheidung, bereitet aber bereits seine vierte Spielzeit vor und lotet neue berufliche Optionen aus. Stadt und Landkreis als Träger haben noch keine Reformpläne für das Theater vorgelegt, wollen die Stelle des Intendanten jedoch bald neu ausschreiben.
Die Nicht-Verlängerung von Ris' Vertrag wirft Fragen auf. Sein Abschied fällt in eine Phase, in der die Neue Bühne Senftenberg wieder an regionaler Strahlkraft gewinnt. Die Suche nach einem neuen künstlerischen Leiter beginnt nun – strukturelle Änderungen am Theater sind vorerst nicht angekündigt.






