Lissabons 27. CSD sendet klares Widerstandssignal gegen drohende Rechteverluste
Philipp NetteLissabons 27. CSD sendet klares Widerstandssignal gegen drohende Rechteverluste
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD – mit klarem Widerstandssignal
Am Samstag fand in Lissabon der 27. Christopher Street Day (CSD) statt, der um 17:00 Uhr vom Marquês-de-Pombal-Platz aus startete. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ versammelten sich Tausende, während die Veranstalter vor wachsenden Bedrohungen für hart erkämpfte Rechte warnten.
Rund 50.000 Menschen nahmen an der Demonstration teil – eine Teilnehmerzahl, die den Werten der Jahre 2024 und 2025 entspricht. Der Zug vereinte 17 Vereine und Kollektive, die sich für LSBTIQ+-, feministische und antirassistische Anliegen einsetzen. Familien, Unterstützer:innen und Aktivist:innen zeigten gemeinsam Solidarität und Widerstand.
Politische Unsicherheit prägt die Stimmung Die Kundgebung fand vor dem Hintergrund einer instabilen politischen Lage statt. Das Gesetz 38/2018, das die selbstbestimmte Geschlechtsidentität und -expression garantiert, könnte bald gekippt werden. Organisatoren wie Helder Bértolo rechnen für 2026 mit noch größeren Teilnehmerzahlen, sollte der Angriff auf Rechte anhalten.
Politiker:innen und Aktivist:innen schlagen AlarmJoana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) äußerte sich besorgt: Es sei traurig, dass der CSD angesichts eines Rückschritts bei den Rechten überhaupt nötig sei. Paulo Muacho, Abgeordnete der Partei Livre, rief zur Teilnahme an Pride-Veranstaltungen auf und verwies auf eine radikalisierte Rechte, die LSBTIQ+-Schutzrechte ins Visier nehme. Auch das CSD-Organisationskomitee warnte: Die neue politische Landschaft setze Einzelne und Familien Risiken aus.
2026 wird ein weiteres Kapitel im Kampf um Gleichberechtigung Der nächste CSD wird ein weiterer Meilenstein im Kampf um LSBTIQ+-Rechte in Portugal sein. Angesichts bedrohter gesetzlicher Schutzmechanismen und der Erwartung größerer Mobilisierung bleibt die Veranstaltung ein zentraler Moment des Widerstands. Die hohe Beteiligung und die geschlossene Botschaft in diesem Jahr zeigen: Die Community wehrt sich gegen Rückschläge – entschlossen und vereint.






