Kleinbauern fordern direkten Zugang zu Klimageldern bei UN-Verhandlungen in Bonn
Philipp NetteKleinbauern fordern direkten Zugang zu Klimageldern bei UN-Verhandlungen in Bonn
Bauernvertreter aus aller Welt trafen sich bei den Tagungen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn. Sie vertraten 95 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifikraum. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach direkten Klimafinanzierungen für Familienbetriebe, die mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien erzeugen.
Im Rahmen der Verhandlungen schlug das Bündnis Family Farmers for Climate Action einen neuen Fonds vor: den Resilienz- und Ermächtigungsfonds für Bäuerinnen und Bauern. Dieser soll Gelder direkt an Bauernorganisationen weiterleiten. Derzeit erhalten diese Gruppen nur 0,36 Prozent der internationalen Klimafinanzierung für Anpassungsmaßnahmen unmittelbar.
Die Vertreter betonten, dass Kleinbauern aktive Partner im Klimaschutz seien – und nicht bloß Empfänger von Hilfsleistungen. Sie verwiesen auf bäuerlich getragene Lösungen wie agroökologische Methoden, die die Widerstandsfähigkeit stärken und die Artenvielfalt schützen. Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota warnten zudem vor den Folgen des Klimawandels, darunter die durch El Niño verursachten Niederschlagsstörungen und steigende Produktionskosten.
Die Unterstützung von Familienbetrieben wurde als entscheidende Investition dargestellt. Sie würde die globale Ernährungssicherheit stärken, widerstandsfähige Landschaften fördern und die Nachhaltigkeit ländlicher Gemeinschaften weltweit sichern. Das Bündnis forderte dringendes Handeln, um die Klimafinanzierung umzulenken. Direkte Mittel könnten Kleinbauern befähigen, wirksame, lokal angepasste Lösungen umzusetzen – und ihnen helfen, Klimaherausforderungen zu bewältigen, während sie weiterhin Millionen Menschen ernähren.
