03 March 2026, 02:08

Kernkraft wird zur Stromquelle der Zukunft für Rechenzentren – doch wer versichert die Risiken?

Eine Säulendiagramm, das die Anzahl der generierten elektrischen Energie aus verschiedenen Quellen von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Kernkraft wird zur Stromquelle der Zukunft für Rechenzentren – doch wer versichert die Risiken?

Kernenergie wird zu einer zentralen Stromquelle für Rechenzentren – ihr Anteil an der Energieversorgung soll von heute 15 Prozent auf bis zu 20 Prozent bis 2040 steigen. Diese Entwicklung birgt neue Chancen und Risiken für die Versicherungs- und Rückversicherungsbranche, da die Nachfrage wächst. Große Technologiekonzerne investieren zunehmend in Kernkraft, insbesondere in kleine modulare Reaktoren (SMR), um eine stabile, kohlenstoffarme Energieversorgung für ihre Betrieb zu sichern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Weltweit sind 69 SMR-Projekte in Planung, doch nur wenige sind bereits in Betrieb – zwei in Russland und eines in China. China treibt die Entwicklung mit einem 200-Megawatt-Projekt voran, während die USA, Großbritannien, Indien und Polen eigene Konzepte vorantreiben. In den USA baut TerraPower, unterstützt von Bill Gates, einen SMR in Wyoming, und der britische Konzern Rolls-Royce arbeitet an einem 470-Megawatt-Modell. Polen hat über Orlen Synthos Green Energy den Bau von 24 SMRs genehmigt; auch Länder wie Japan, Kanada und Australien prüfen die Technologie.

Der Trend spiegelt eine breitere Renaissance der Kernenergie wider, besonders in Europa, wo Frankreich und Großbritannien ihre Investitionen ausbauen. Versicherer und Rückversicherer decken zwar bereits herkömmliche Atomkraftwerke ab, doch bei SMRs tun sich Lücken auf. Spezielle Versicherungslösungen für den Transport der Reaktoren oder die Haftungsfragen zwischen Bauunternehmen, Logistikfirmen, Grundbesitzern und Betreibern fehlen noch. Zu den Risiken zählen Verzögerungen beim Bau, Betriebsstörungen, Entsorgungsprobleme und öffentlicher Widerstand – allesamt Herausforderungen, die tiefgehendes Fachwissen und präzise Risikomodellierung erfordern.

Jimmy Keime, Leiter Engineering & Nuclear bei Swiss Re, verweist auf einen globalen Anstieg der Investitionen in Kernenergie. Die Branche sieht Potenzial in der Zuverlässigkeit und geringen CO₂-Bilanz der Technologie, doch Versicherer müssen sich anpassen, um neue Risiken abwdecken – etwa durch innovative Reaktordesigns und deren Lieferketten.

Da Rechenzentren den Energiebedarf in die Höhe treiben, wird die Kernkraft – einschließlich SMRs – eine immer wichtigere Rolle im Übergang zu sauberer Elektrizität spielen. Die Versicherungswirtschaft steht vor der Aufgabe, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, um Deckungslücken zu schließen. Mit einer wachsenden Zahl an Projekten rückt nun in den Fokus, Risiken zu managen und gleichzeitig die Expansion der Kernenergie in der digitalen Wirtschaft zu unterstützen.