John Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Philipp NetteJohn Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Dirigent John Eliot Gardiner steht nach Vorfall bei Bach-Festival erneut in der Kritik
Der renommierte Dirigent John Eliot Gardiner sieht sich nach einem Vorfall beim jüngsten Bach-Festival mit erneuter Kritik an seinem Verhalten konfrontiert. Dabei ging es um eine Auseinandersetzung mit einer Mitarbeiterin während des Schlussapplauses, bei der er ihr eine Papierrolle in das Shirt steckte. Gardiner gab später an, von der Reaktion überrascht gewesen zu sein, und betonte, er habe die Rolle lediglich hinter ihrer Halskette verstauen wollen.
Während des Abschlussbeifalls nahm Gardiner die Rolle zur Hand und schob sie der Mitarbeiterin in das Oberteil. Diese schien seinen Handgriff zunächst abzuwehren. Der Dirigent versicherte, er habe keine böse Absicht gehabt und lediglich versucht, das Papier hinter ihrem Schmuckstück zu platzieren.
Trotz früherer Vorwürfe wird Gardiner in der klassischen Musikszene weiterhin engagiert. Dazu zählt ein Vorfall, bei dem er einem Bassisten angeblich eine Ohrfeige gegeben haben soll. Sein eigener Monteverdi Choir verweigerte ihm daraufhin die weitere Zusammenarbeit, woraufhin Gardiner das Constellation Ensemble gründete.
Von dem aktuellen Vorfall existiert ein Video, das jedoch aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen nicht veröffentlicht wurde. Gardiner zeigt sich in seiner Stellungnahme überzeugt, nichts Unangemessenes getan zu haben. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, ob er sein früheres Verhalten reflektiert hat und eine echte Veränderung erkennen lässt.
Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen zur Verantwortungskultur in der klassischen Musikbranche auf. Dass Gardiner weiterhin Auftritte erhält, deutet darauf hin, dass die Szene den Vorfällen wenig Gewicht beimisst. Ob der Dirigent aus seinen Fehlern gelernt hat, bleibt jedoch offen.
