Intelligentes Lastmanagement könnte die Energiewende in Süddeutschland retten
Bernhardine RörrichtIntelligentes Lastmanagement könnte die Energiewende in Süddeutschland retten
Neue Studie von Agora Energiewende: Wie Lastmanagement die Energiewende in Deutschland entlasten könnte
Eine aktuelle Untersuchung der Denkfabrik Agora Energiewende zeigt auf, wie ein intelligentes Lastmanagement dazu beitragen könnte, die Energieherausforderungen in Deutschland zu bewältigen. Im Fokus der Studie steht Süddeutschland, wo der Stromverbrauch hoch ist, die Erzeugung erneuerbarer Energien jedoch noch hinterherhinkt. Experten zufolge könnte eine flexible Steuerung des Strombedarfs helfen, das Netz zu stabilisieren – besonders vor dem Hintergrund des Atomausstiegs und des wachsenden Windkraftausbaus im Norden.
Allein die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern verzeichnen fast 30 Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Die Region ist zudem ein wichtiger Industriestandort mit einer Spitzenlast von rund 14 Gigawatt (GW). Davon ließen sich Schätzungen zufolge mehr als 1 GW in Zeiten verlagern, in denen mehr Ökostrom verfügbar ist.
Laut dem Bericht birgt selbst der Stromverbrauch privater Haushalte noch ungenutztes Potenzial: Kühlschränke und andere Geräte in ganz Deutschland könnten zusammen über 1,3 GW an flexibler Last bereitstellen. Für die Industrie könnte der Anreiz, ihren Strombedarf anzupassen, dann attraktiv werden, wenn sich dadurch mehr als fünf Prozent der Kosten einsparen lassen.
Craig Morris, Hauptautor des Buches "Die deutsche Energiewende" und Mitwirkender bei "Erneuerbare Energien International", betont, dass dezentrale Lösungen helfen könnten, die Kluft zwischen den Windparks im Norden und dem hohen Bedarf im Süden zu überbrücken. Durch eine zeitliche Verschiebung des Verbrauchs könnten Unternehmen und Haushalte die Netzbelastung verringern – und das ohne zusätzliche Kosten.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass eine flexible Nachfragesteuerung eine Schlüsselrolle in der deutschen Energiewende spielen könnte. Während im Süden die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen, könnte ein angepasster Stromverbrauch die Integration erneuerbarer Energien erleichtern. Gleichzeitig ließe sich so der Druck auf die Netze mindern, ohne dass für Industrie und Verbraucher höhere Kosten entstehen.






