Hollywoods dunkles Erbe: Wenn Kinderstars in sexualisierten Rollen gefangen waren
Mahmut UllmannHollywoods dunkles Erbe: Wenn Kinderstars in sexualisierten Rollen gefangen waren
Eine aktuelle Debatte über die Darstellung junger Schauspieler in älteren Filmen hat die Diskussion über Hollywoods Vergangenheit neu entfacht. Im Mittelpunkt stand das unangenehme Erbe von Filmen, in denen minderjährige Darsteller in sexualisierten Rollen zu sehen sind.
Brooke Shields äußerte einst ihr Unbehagen, ihre Rolle als elfjährige Kinderprostituierte in Pretty Baby rechtfertigen zu müssen. In die Diskussion einbezogen wurde auch Jodie Foster, die sich schon lange verhalten zu ihrer Mitwirkung in Taxi Driver mit zwölf Jahren geäußert hat.
Ein entscheidender Moment war die halbnackte Szene von Nastassja Kinski in Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975, die entstand, als sie erst dreizehn war. Wenders entschuldigte sich später bei ihr und zog den Film aus dem Verkehr. Kinskis Wunsch, ihr jüngeres Ich zu schützen, fand bei den Zuschauern breiten Anklang.
Schauspielerinnen wie Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst beteiligten sich an der Debatte. Sie hinterfragten die Verantwortung des Publikums beim Umgang mit solchem Material. Einige plädierten dafür, problematische Szenen zu bearbeiten, andere betonten die Bedeutung der Bewahrung des Originalwerks.
Die Diskussion warf ein Licht auf die frühere gesellschaftliche Ignoranz gegenüber dem „Lolita-Komplex“ und die verspätete Auseinandersetzung mit Sexismus im Kino. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie man heute angemessen mit solchen Filmen umgehen soll. Deutlich wurde vor allem der Bedarf an einem größeren Bewusstsein für fragwürdige Darstellungen.






