Grüne untersuchen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Adriane BoucseinGrüne untersuchen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Die Grünen in Deutschland haben eine offizielle Kleine Anfrage im Bundestag eingereicht, um mutmaßliche Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtsextremen Strömungen zu untersuchen. Im Fokus der Anfrage stehen Personen, Meinungsmacher und Organisationen, denen Kontakte zu rechtsextremen Netzwerken oder Parteien wie der AfD nachgesagt werden.
In der Kleinen Anfrage werden Namen wie Leonard Jäger und Tobias Riemenschneider genannt sowie Gruppen wie Alliance Defending Freedom International und der Bundesverband Lebensrecht. Gefordert werden Details zu Umfang, Struktur und möglicher Gefährdung durch christlich-fundamentalistische Kreise mit extremistischen Bezügen. Die Grünen wollen zudem wissen, wie diese Akteure mit rechtsextremen Bewegungen verknüpft sein könnten.
Zusätzlich schlagen die Grünen politische Maßnahmen vor, um Online-Inhalte mit christlich motiviertem Extremismus zu löschen. Dies folgt auf jüngste Medienberichte, darunter Dokumentationen von ARD und ZDF, die konservative Christen kritisch darstellten.
Die Reaktionen auf die Anfrage fallen scharf aus. Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, bezeichnete sie als Versuch, falsche Zusammenhänge herzustellen und pro-life- sowie christliche Stimmen zu schwächen. Tobias Riemenschneider warf dem Staat vor, gezielt gegen bibelgläubige Christen vorzugehen. Leonard Jäger behauptete, die Grünen wollten christlich-konservative Positionen diskreditieren, statt eine offene Debatte zu führen.
Die parlamentarische Anfrage unterstreicht die zunehmende Beobachtung christlich-fundamentalistischer Gruppen in Deutschland. Gleichzeitig zeigt sie die Spannungen zwischen politischen Parteien, Interessensverbänden und Medien bei der Darstellung konservativ-religiöser Bewegungen. Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage steht noch aus.






