Gottesdienst im Bierzelt: Wie das Oktoberfest zur Kirche wird
Jedes Jahr findet inmitten des Münchner Oktoberfests ein Gottesdienst statt – und zwar direkt in einem Bierzelte. Die als Wiesn-Kirchweihgottesdienst bekannte Tradition verbindet Glauben mit Festkultur. In diesem Jahr wurde der Gottesdienst in der ersten Woche des Festes im Marstall-Zelt abgehalten.
Die Veranstaltung ist Teil einer langjährigen Tradition in Bayern. Rund 20 bis 30 Gemeinden in der Region, darunter München, Kulmbach und andere Orte mit starker kirchlicher Prägung, veranstalten ähnliche Gottesdienste in Festzelten. Diese Treffen finden oft während des Oktoberfests oder lokaler Volksfeste statt.
Dieser besondere Gottesdienst wurde in einem Dorf ohne festen Platz und ohne eigene Kirche abgehalten. Der Pfarrer, der ebenfalls über kein Kirchengebäude verfügt, leitete die Andacht von der üblichen Bühnenfläche der Königlich Bayerischen Vollgas-Orchester aus. Nur sechs Männer nahmen teil, saßen beieinander und teilten sich Wein aus einem einzigen goldenen Kelch.
An einer Stelle stand die kleine Gemeinde auf und sang Lobt den Herren. Die Atmosphäre war ruhig im Vergleich zum sonstigen Festtrubel, doch das Ritual blieb ein fester Bestandteil des Oktoberfest-Programms.
Der Gottesdienst führt eine Tradition fort, die religiöse Praxis mit bayerischer Festkultur verbindet. Jedes Jahr zieht er eine kleine, aber engagierte Gruppe von Gläubigen in das Bierzelte. Die Veranstaltung bleibt ein einzigartiges Merkmal des Oktoberfest-Kalenders – eine Verbindung aus Andacht und lokalen Bräuchen.






