Gewerkschafterin Benner warnt vor Stagnation und fordert radikale Industriepolitik
Adriane BoucseinGewerkschafterin Benner warnt vor Stagnation und fordert radikale Industriepolitik
Kirsten Benner, eine prägende Figur der deutschen Gewerkschaftsbewegung, hat sich zu den wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes geäußert. Sie warnte, die deutsche Wirtschaft befinde sich seit sechs Jahren in einer Phase der Stagnation, und forderte eine stärkere Industriepolitik. In ihren Aussagen ging es zudem um den globalen Wettbewerb, die Schwierigkeiten der Arbeitnehmer:innen und die Notwendigkeit gezielter staatlicher Maßnahmen.
Benner betonte, Deutschland könne nicht länger von „Chancengleichheit“ im internationalen Wettbewerb ausgehen. Sie verwies auf den scharfen Konkurrenzkampf mit den USA und China und argumentierte, undifferenzierte Kürzungen bei Subventionen würden der Wirtschaft schaden. Stattdessen plädierte sie für eine fokussierte Industriestrategie, um Zukunftsbranchen wie grüne Stahlproduktion und Elektromobilität zu stärken.
Kritisch äußerte sich die Gewerkschafterin auch zu Plänen, die Arbeitszeitregelungen zu reformieren. Stattdessen setze sie auf Weiterbildung der Beschäftigten und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Gleichzeitig unterstrich Benner ihre Rolle als Fürsprecherin der Arbeitnehmer:innen, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen.
Die Gewerkschaftsführerin übt scharfe Kritik an der Herangehensweise der Regierung in den Koalitionsgesprächen und warnte davor, zentrale Entscheidungen auszulagern. Sie forderte stattdessen einen direkten Dialog mit den Sozialpartnern, um den wirtschaftlichen Druck zu bewältigen. Trotz ihrer Vorbehalte zeigte sich Benner offen für eine Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden – etwa bei Industrieinvestitionen oder der Einführung eines günstigen Industrie-Strompreises, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Benners Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Sie setzt sich für zielgerichtete Politiken, die Unterstützung der Beschäftigten und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Regierung ein, um das Wachstum wiederzubeleben. Ihre Position spiegelt die breitere Debatte wider, wie sich das Land in einem zunehmend kompetitiven globalen Markt behaupten kann.






