Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Adriane BoucseinGericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat Der Spiegel untersagt, bestimmte Vorwürfe in einem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil folgt auf einen Rechtsstreit über Behauptungen, Ulmen habe mit KI erzeugte Fake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet.
Das Hanseatische Oberlandesgericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen das Magazin. Damit ist es Der Spiegel verboten, zu behaupten, Ulmen habe die Deepfake-Inhalte produziert oder weitergegeben – mit der Begründung, die Beweise seien nicht ausreichend. Zudem entschied das Gericht, dass Zitate aus einer privaten E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte, geschützt sind und nicht veröffentlicht werden dürfen.
Ulmen hatte Der Spiegel zunächst im April verklagt, doch das Landgericht Hamburg urteilte im Mai, dass die vorherige Berichterstattung des Magazins zulässig gewesen sei. Seine Anwälte von der Kanzlei Schertz-Bergmann argumentierten, die Berichte hätten zu übermäßiger Medienaufmerksamkeit und einer einseitigen öffentlichen Debatte geführt. Fernandes bleibt es jedoch weiterhin gestattet, Ulmen öffentlich der körperlichen Misshandlung zu bezichtigen; die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt noch immer zu diesen Vorwürfen.
Zudem wirft sie Ulmen vor, unter ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt zu haben, um mit anderen Männern in Kontakt zu treten. Unterdessen kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt zu verschärfen.
Die Gerichtsentscheidung beschränkt, was Der Spiegel über die Deepfake-Vorwürfe berichten darf, und schützt gleichzeitig Ulmens private Kommunikation. Der Fall unterstreicht die anhaltenden rechtlichen und politischen Bemühungen, digitalen Missbrauch und die Verbreitung künstlich erzeugter Pornografie einzudämmen.
