09 May 2026, 14:29

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um Befreiung und politische Symbole

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um Befreiung und politische Symbole

Gedenkveranstaltung in Halle (Saale): 81. Jahrestag der Befreiung eskaliert in politischen Streit

Die Gedenkfeier in Halle (Saale) zum 81. Jahrestag der Befreiung der Stadt geriet diese Woche zu einer angespannten Veranstaltung. Politische Gräben überlagerten die Erinnerung, als Teilnehmer über historische Vermächtnisse und aktuelle Konflikte aneinandergerieten. Die Veranstaltung ehrte zwar sowohl sowjetische als auch US-amerikanische Truppen für ihre Rolle bei der Niederlage des NS-Regimes – doch schnell brachen Meinungsverschiedenheiten auf.

Die Feier begann mit traditionellen Ehrungen. Dr. Judith Marquardt, stellvertretende Oberbürgermeisterin, niederlegte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen Kranz. Teilnehmer legten zudem rote Nelken am Gedenkhain nieder, um der deutschen Widerstandskämpfer gegen das Dritte Reich zu gedenken.

Der Südfriedhof, wo 977 sowjetische Bürger bestattet liegen, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Doch die Organisatoren wiesen darauf hin, dass nicht die Rote Armee, sondern die US-Armee Halle 1945 befreit hatte. Diese historische Unterscheidung wurde zum Zündstoff, als Mitglieder der Halle-Bewegung mit russischen Fahnen und Symbolen auftauchten. Ihre Präsenz löste sofortige Kritik aus – einige warfen der Gruppe vor, Russlands Krieg gegen die Ukraine und rechtsextreme Positionen zu unterstützen.

Lukas Wanke von der VVN-BdA richtete sich an die Versammelten und betonte, dass die Würdigung der Opfer der Roten Armee heutige Ungerechtigkeiten nicht entschuldigen dürfe. Er argumentierte, der Kampf der Widerstandskämpfer sei noch nicht beendet, und rief zu weiterem politischem Engagement auf. Eric Stehr, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt, unterstrich diese Haltung und warnte davor, sich mit Regimen gemein zu machen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien.

Kritiker warfen der Halle-Bewegung vor, Verbindungen zur rechtsextremen AfD und prorussischen Narrativen zu pflegen. Durch ihre Symbole und Rhetorik vertieften sie die Spaltung – viele Teilnehmer zeigten sich verärgert über den Versuch, die Gedenkveranstaltung für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

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Die Feier endete mit ungelösten Spannungen zwischen historischer Erinnerung und aktuellen politischen Konflikten. Die Organisatoren betonten zwar die Bedeutung, alle Befreier anzuerkennen, lehnten aber Versuche ab, die Vergangenheit für heutige Agenden zu missbrauchen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie der Jahrestag der Befreiung Halles weiterhin Debatten über Erinnerung, Gerechtigkeit und Verantwortung entfacht.

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