22 February 2026, 08:46

Flaschenpost: Wie eine uralte Tradition Ozeane und Schicksale verbindet

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost: Wie eine uralte Tradition Ozeane und Schicksale verbindet

Die Tradition, Botschaften in Flaschen zu verschicken, reicht tausende Jahre zurück. Von antiken Seefahrern bis zu modernen Forschern – diese einfache Methode diente vielen Zwecken: Sie dokumentierte Entdeckungen, half bei der Kartierung der Ozeane und wurde sogar für Spionagezwecke genutzt. Ein jüngeres Beispiel stammt aus dem Jahr 2015, als ein deutsches Paar von einem Kreuzfahrtschiff in der Nähe der Kanarischen Inseln eine Flasche ins Meer warf.

Begonnen hat die Praxis bei frühen Seefahrervölkern wie den Griechen und Römern. Sie nutzten schwimmfähige Behälter, um Nachrichten über die Wellen zu schicken – oft zur Kommunikation oder zur Navigation. Im 15. Jahrhundert griff Christoph Kolumbus die Idee auf: Er verschloss eine Botschaft in einem Fass, um 1493 seine Ankunft in Amerika zu verkünden.

Mit der Zeit übernahm die Methode auch düstere Rollen. Während der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. versteckten Spione verschlüsselte Botschaften in Flaschen, die für die Finder mitunter tödliche Folgen hatten. Doch auch Wissenschaftler erkannten ihren Nutzen. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut etwa 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Ein noch größeres Projekt der Deutschen Seewarte umfasste rund 200.000 Flaschen im selben Zeitraum. Nur etwa 6.350 – knapp über 3 Prozent – wurden jemals wiedergefunden, meist an den Küsten Schottlands, Skandinaviens oder Nordamerikas.

Auch in der Moderne lebt der Brauch weiter. Am 23. Oktober 2015 warfen Jörg und Cornelia Wanke von der Star Flyer, einem viermastigen Kreuzfahrtschiff auf der Route zwischen Madeira und Gran Canaria, eine Flasche ins Meer. Ihre Botschaft reiht sich ein in die lange Geschichte treibender Nachrichten, die Vergangenheit und Gegenwart über die Ozeane der Welt verbinden.

Flaschenpost hat viele Funktionen erfüllt – als wissenschaftliches Werkzeug ebenso wie als geheime Depesche. Zwar kehren die meisten nie zurück, doch ihre Reisen offenbaren Muster der Strömungen und die menschliche Neugier. Noch heute bringen sie Fremde über riesige Distanzen hinweg in Verbindung.

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