24 January 2026, 14:49

Falsche Kunsthändlerin betrog über 140 Künstler mit gefälschten Ausstellungen

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Mannes in einem Anzug, identifiziert als Wienzel Müller, ein deutscher Komponist und Pianist, der ein Blatt mit Wörtern darauf hält.

Falsche Kunsthändlerin betrog über 140 Künstler mit gefälschten Ausstellungen

Eine 52-jährige Deutsche steht unter Verdacht, in fast 140 Fällen schweren Betrugs an Künstlern begangen zu haben. Die Polizei in Baden-Württemberg deckte den Schwindel auf, nachdem Ende 2024 erste Hinweise bekannt wurden. Die Beschuldigte, die bereits wegen anderer Betrugsdelikte in Haft sitzt, soll sich als Kunsthändlerin ausgegeben haben, um ihre Opfer zu täuschen.

Die Frau nahm über soziale Medien Kontakt zu Künstlern auf und gab vor, Ausstellungen in Hannover und Berlin zu organisieren. Sie überredete sie, Gemälde und Skulpturen gegen vertraglich vereinbarte Gebühren von etwa 2.000 Euro pro Werk zu überlassen. Zu den betroffenen Künstlern zählen prominente Namen wie Otto Dix, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner.

Die Ermittler stellten später fest, dass die Beschuldigte nie vorhatte, die Verträge zu erfüllen. Bei Durchsuchungen beschlagnahmten die Beamten über 200 Kunstwerke, die mit dem Fall in Verbindung stehen. Mittlerweile wird auch gegen den 57-jährigen Ehemann der Frau wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Der Betrug flog auf, nachdem mehrere Künstler fehlende Zahlungen und nicht stattfindende Ausstellungen in München gemeldet hatten. Die Polizei bestätigte, dass die Masche sich über mehrere Monate erstreckte – obwohl die Beschuldigte bereits eine Haftstrafe wegen früherer Betrugsverurteilungen verbüßte.

Der Fall umfasst eine große Zahl an Geschädigten und erhebliche finanzielle Verluste. Die Ermittlungen dauern an; die Behörden prüfen die beschlagnahmten Kunstwerke sowie Finanzunterlagen. Der Ehemann der Beschuldigten muss sich wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei der Geldwäsche der Erlöse aus dem Betrug weiteren juristischen Konsequenzen stellen.