09 May 2026, 22:27

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung sorgen für Zoff mit dem deutschen Kfz-Handel

Etikett mit dem Namen eines Automodells am Fahrzeug.

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung sorgen für Zoff mit dem deutschen Kfz-Handel

Der Plan der Europäischen Kommission, eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung für Neu- und Gebrauchtwagen einzuführen, stößt beim deutschen Kfz-Handel auf heftigen Widerstand. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor schweren Folgen für Händler und Käufer gleichermaßen. Nach Ansicht des Verbands könnten die neuen Regeln den Gebrauchtwagenmarkt durcheinanderbringen und rechtliche Unsicherheiten schaffen.

Ziel der geplanten Verordnung ist es, Verbrauchern bei jedem Fahrzeugkauf – auch von Gebrauchtwagen – klarere Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu liefern. Doch der ZDK argumentiert, dass bei älteren Fahrzeugen oft zuverlässige Daten fehlen, etwa wegen Umbauten oder veralteter Prüfstandards. Viele Gebrauchtwagen wurden ursprünglich nach dem älteren NEDC-System zertifiziert, während neuere Modelle den strengeren WLTP-Messungen unterliegen.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn wies auf praktische und rechtliche Risiken hin, die mit der Ausweitung der Regeln auf Gebrauchtfahrzeuge verbunden seien. Er warnte davor, dass Händler ältere Gebrauchtwagen möglicherweise nicht mehr annehmen oder verkaufen würden, wenn sie zur Einhaltung gezwungen seien. Der Verband lehnt zudem die geplante Pflichtangabe zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos als nicht umsetzbar ab.

Als Reaktion hat der ZDK ein Acht-Punkte-Positionspapier veröffentlicht, in dem er die Politik auffordert, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Gleichzeitig setzt sich der Verband für klarere Verantwortlichkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie für eine einheitliche EU-weite Marktaufsicht ein.

Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, sich in Brüssel für realistischere Regelungen einzusetzen. Die Kritik ist Teil der breiten Debatte über das „Automobil-Paket“ der Kommission, mit dem die Transparenzvorschriften in der gesamten Branche verschärft werden sollen.

Die Haltung des ZDK spiegelt die Bedenken wider, dass sich die neuen Kennzeichnungsregeln im Gebrauchtwagenmarkt kaum praktikabel umsetzen lassen. Ohne Anpassungen, so die Warnung des Verbands, könnten die Vorschriften das Angebot an älteren Fahrzeugen verknappen und Händler mit bürokratischen Hürden belasten. Wie die Regeln schließlich ausgestaltet und umgesetzt werden, wird sich im weiteren Verlauf der Brüsseler Verhandlungen zeigen.

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