05 June 2026, 18:21

EU-Haushalt 2028–2034: 2 Billionen Euro spalten die Mitgliedstaaten

EU-Budget: Deutschlands Beiträge könnten um 80 Prozent steigen, warnt belgischer Premier vor 'atemberaubender' Rechnung

EU-Haushalt 2028–2034: 2 Billionen Euro spalten die Mitgliedstaaten

Die Europäische Kommission hat einen Haushaltsplan in Höhe von 2 Billionen Euro für den Zeitraum 2028–2034 vorgeschlagen – fast eine Verdopplung des aktuellen Volumens von 1,2 Billionen Euro. Diese Erhöhung hat unter den Mitgliedstaaten für Uneinigkeit gesorgt, wobei Deutschland und sieben weitere Länder höhere Beiträge ablehnen. Die Kommission plant zudem neue EU-weite Steuern, um die Einnahmen zu steigern, darunter Abgaben auf Umweltmaßnahmen und Tabakprodukte.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen strebt an, dass der nächste mehrjährige Finanzrahmen (MFR) die Marke von 2 Billionen Euro übersteigt. Der aktuelle MFR läuft bis 2027 und umfasst 1,2 Billionen Euro. Die Verhandlungen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Deutschland, der größte Nettozahler der EU, leistet bereits jährlich 19 bis 25 Milliarden Euro mehr, als es zurückerhält. Thomas Ossowski, Deutschlands Ständiger Vertreter bei der EU, warnte, dass die Beiträge seines Landes im Rahmen des neuen Plans „enorm“ steigen könnten. Die deutsche Ampelkoalition hat zudem über 100 Milliarden Euro für die Verteidigung bereitgestellt, was kaum Spielraum für höhere EU-Zahlungen lässt.

Eine Gruppe „gleichgesinnter Staaten“ lehnt die Haushaltsaufstockung ab. Neben Deutschland haben auch Finnland, Dänemark, die Niederlande, Österreich, Irland, Belgien und Frankreich Bedenken angemeldet. Allein Belgien müsste mit einem Anstieg seiner jährlichen EU-Beiträge um bis zu 2,5 Milliarden Euro rechnen. Gleichzeitig unterstützen 16 andere Länder – darunter Polen, Italien, Spanien und Portugal – einen größeren Haushalt.

Der Vorschlag der Kommission führt zu einem Konflikt zwischen Staaten, die bereit sind, mehr zu zahlen, und denen, die sich dagegen wehren. Sollte der 2-Billionen-Euro-Haushalt genehmigt werden, würde er die EU-Finanzierung für die nächsten sieben Jahre grundlegend verändern. Neue Steuern auf Umweltprojekte und Tabak könnten zudem die Einnahmequellen des Blocks neu gestalten.

Quelle