30 April 2026, 14:38

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger Friedrich greift Medienkritiker scharf an

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger Friedrich greift Medienkritiker scharf an

Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und dem Medienkritiker Franz Sommerfeld entbrannt. Der Konflikt begann, nachdem Anja Reich-Osang, die leitende Reporterin des Blattes, nach drei Jahrzehnten die Zeitung verlassen hatte. Friedrichs scharfe Reaktion auf die Kritik hat nun weitere Aufmerksamkeit – und Gegenwehr – ausgelöst.

Auslöser war eine Kritik Sommerfelds an der politischen Ausrichtung der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang. Statt die Vorwürfe sachlich zu entkräften, veröffentlichte Friedrich einen persönlichen Artikel zur Verteidigung seiner Führung. Er wies Sommerfelds Aussagen als "Unsinn" zurück und warnte, solche Äußerungen könnten den Mitarbeitenden schaden.

Friedrich ging noch weiter und warf dem Medienportal kress "unkritische Verstärkung" von Sommerfelds Positionen vor. Einen separaten Bericht über seine Ehefrau bezeichnete er als "erfundenen Text" und verurteilte, was er als "unobjektive Berichterstattung" brandmarkte. Auffällig dabei: Er räumte nicht ein, dass die ursprüngliche Kritik von Sommerfeld – und nicht von der Berliner Zeitung selbst – stammte.

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Beobachter beschreiben Friedrichs Reaktion inzwischen als Ausdruck eines "übersteigerten Egos" und als Weigerung, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Zwar ist sein Einsatz für journalistische Standards nicht ungewöhnlich, doch sein konfrontativer Umgang mit Kritik hebt ihn von anderen Medienverantwortlichen ab. Friedrich bleibt unbeugsam und besteht darauf, seine Haltung trotz der wachsenden Kontroverse nicht zu ändern.

Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung nach dem prominenten Abgang. Friedrichs Weigerung, seine Position zu überdenken, lässt Fragen zur internen Kultur des Blattes und zum Umgang mit abweichenden Meinungen offen. Zudem rückt die Auseinandersetzung die Frage in den Fokus, wie Medienführer mit externer Kritik umgehen.

Quelle