25 June 2026, 14:24

Entwicklungshilfe im Wandel: NGOs fordern mehr Mitsprache und Qualität statt Bürokratie

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe im Wandel: NGOs fordern mehr Mitsprache und Qualität statt Bürokratie

Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes haben ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. Mathias Mogge und Joshua Hofert präsentierten am Mittwoch ihre Erkenntnisse und wiesen auf Lücken in den Reformplänen der Regierung hin. Sie kritisierten, dass die aktuellen Vorschläge an einer klaren Strategie mangeln und wichtige Akteure zu übergehen drohen.

Mogge und Hofert begrüßten zwar grundsätzlich die Neuausrichtung der Politik, betonten jedoch, dass die Reform kein reines Top-down-Projekt aus Berlin werden dürfe. Beide forderten eine frühzeitige und verbindliche Einbindung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen in die Entscheidungsprozesse.

Mogge unterstrich, dass der Fokus von der Menge der Hilfe auf deren Qualität verlegt werden müsse. Er sprach sich für weniger Bürokratie und mehr Autonomie für zivilgesellschaftliche Gruppen aus. Zudem betonte er den dringenden Bedarf an humanitärer Hilfe und forderte, präventive Maßnahmen stärker zu fördern – statt nur auf Krisen zu reagieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In ihrem gemeinsamen Bericht bestanden die beiden NGOs darauf, dass Entwicklungshilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Sie warnten davor, Unterstützung an Sicherheits-, Migrations- oder geopolitische Interessen zu knüpfen. Die Organisationen verlangten zudem eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe – von derzeit einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro im nächsten Bundeshaushalt.

Die Entwicklungspolitik stehe unter wachsendem Druck durch sich verschärfende Krisen, Kriege und den Klimawandel, hieß es in dem Bericht. Wirtschaftliche Zusammenarbeit könne nur gelingen, wenn sie mit lokalen Akteuren abgestimmt werde. Zudem wurde die Spannung zwischen den Interessen Deutschlands und denen der Partnerländer thematisiert – die Regierung müsse hier ein Gleichgewicht finden.

Die NGOs forderten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf, die Zivilgesellschaft aktiv in die Reformgestaltung einzubinden. Kooperation müsse sowohl deutsche als auch internationale Partner einbeziehen, betonten sie. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, dass Hilfe wirksam, inklusiv und an den tatsächlichen Bedürfnissen ausgerichtet wird.

Quelle