19 April 2026, 10:26

Dresdens verbotene Kunst: Wie Underground-Künstler die DDR herausforderten

Plakat für die Große Ausstellung der Schönen Künste auf der Großen Ausstellung der Schönen Künste in Dresden, Deutschland, 1904, mit fettem Text, der das Ereignis ankündigt.

Dresdens verbotene Kunst: Wie Underground-Künstler die DDR herausforderten

Dresden galt als ein zentraler Kunstort in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Jahrzehntelang beherbergte die Stadt bedeutende staatlich geförderte Ausstellungen und pflegte gleichzeitig eine lebendige Underground-Szene. Eine Gruppe von Künstlern, die an der renommierten Kunstakademie ausgebildet worden waren, sollte später mit ihren Werken und unabhängigen Ausstellungen offizielle Normen herausfordern.

Die Hochschule für Bildende Künste Dresden blieb bis in die späten 1970er-Jahre eine führende Institution für den Sozialistischen Realismus. Zu ihren Studenten zählten Hans Scheib, Reinhard Stangl, Volker Henze, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach. Auch Eberhard Göschel studierte dort und schloss 1969 sein Studium ab, bevor er den Obergrabenpresse-Verlag gründete, einen kleinen Verlag, der alternative Kunst unterstützte.

Zunächst ließen sich diese Künstler von den expressionistischen Traditionen der Brücke-Bewegung inspirieren. Mit der Zeit gerieten ihre Stile jedoch in Konflikt mit den staatlichen Erwartungen, was zu Spannungen führte. Viele sahen sich wegen ihres Lebensstils und ihrer Ausstellungsmethoden kritischen Nachfragen ausgesetzt.

Um die offiziellen Restriktionen zu umgehen, schufen sie eigene Räume. Hans Scheib eröffnete 1977 in der Raumerstraße 23 eine private Galerie und später, 1980, eine weitere in der Sredzkistraße 64. Eberhard Göschel und Helge Leiberg kuratierten thematische Gruppenausstellungen im Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz. Ihre Initiativen verliefen parallel zu den zentral organisierten Kunstausstellungen der DDR, die seit 1953 alle fünf Jahre im Albertinum auf der Brühlschen Terrasse stattfanden.

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Trotz staatlicher Kontrolle über die Kulturinstitutionen schufen diese Künstler unabhängige Plattformen. Ihre Ausstellungen und Veröffentlichungen boten Alternativen zur offiziell anerkannten Kunstszene. In den 1980er-Jahren entwickelte sich ihr Schaffen zu einer sichtbaren Herausforderung für die Kunstpolitik der DDR.

Quelle