Deutschland pumpt Milliarden in Infrastruktur – doch das Geld fließt kaum
Bernhardine RörrichtDeutschland pumpt Milliarden in Infrastruktur – doch das Geld fließt kaum
Deutschlands Staatsverschuldung ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen – von 1,9 Billionen Euro auf über 2,5 Billionen Euro in nur fünf Jahren. Pro Kopf entspricht das fast 30.000 Euro. Gleichzeitig hat die Bundesregierung ehrgeizige Ausgabenpläne vorangetrieben, darunter eine deutliche Aufstockung der Rüstungsinvestitionen.
Im März 2025 lockerte die Regierungscoalition die Schuldenbremse im Grundgesetz. Dadurch konnten bestimmte Ausgaben die Kreditobergrenzen umgehen. Fast zeitgleich startete die Bundesregierung den Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK), ein mit Krediten finanziertes Programm über 500 Milliarden Euro, das über zwölf Jahre läuft. Davon fließen 300 Milliarden Euro in Bundesinvestitionen in Straßen, Schienen, Energienetze und Digitalisierung, weitere 100 Milliarden sind für den Klimaschutz- und Transformationsfonds vorgesehen.
Bis Ende 2025 waren zwar verbindliche Zusagen in Höhe von 87,6 Milliarden Euro für SVIK-Projekte erteilt worden. Doch der Fortschritt blieb gering: Von den für jenes Jahr veranschlagten 37,2 Milliarden Euro wurden nur 24 Milliarden tatsächlich ausgegeben – 13 Milliarden blieben ungenutzt. Zwei Drittel der Vorhaben steckten noch in der Planungsphase, nur ein Drittel wurde aktiv umgesetzt. Der durchschnittliche Umsetzungs- und Wirkungsgrad der Projekte lag bei 54 Prozent.
Auch die Militärausgaben sollen stark steigen: Die Beschaffungsbudgets klettern von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 103,5 Milliarden Euro bis 2029. Ökonomen kritisieren, die Regierung überschätze die Vorteile des SVIK und verfehle eine ausreichende Investitionsquote.
Die Anpassung der Schuldenbremse ermöglichte zwar neue Kredite für Großprojekte. Doch Verzögerungen bei der SVIK-Umsetzung und die zögerliche Mittelvergabe wecken Zweifel. Während die Rüstungsausgaben rasant wachsen, stellt sich die Frage, ob die wirtschaftlichen Erträge mit den Ausgaben Schritt halten werden.






