Dehoga-Chefin warnt vor Jobverlusten durch geplante Gesundheitsreformen
Philipp NetteDehoga-Chefin warnt vor Jobverlusten durch geplante Gesundheitsreformen
Jana Schimke, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), hat vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Gastronomie- und Hotelleriebranche gewarnt. Sie kritisierte jüngste Reformvorschläge von Gesundheitsministerin Nina Warken scharf und argumentierte, diese würden die Kosten für Arbeitgeber und Beschäftigte weiter in die Höhe treiben.
Schimke forderte dringend Entlastungen bei den Lohnnebenkosten, darunter weniger Bürokratie sowie Senkungen von Steuern und Abgaben. Die Unternehmen seien bereits jetzt stark belastet und könnten sich zusätzliche finanzielle Lasten schlicht nicht leisten, so ihre Begründung.
Die Befürchtungen von Gewerkschaften, das neue Arbeitszeitgesetz könnte zu 13-Stunden-Arbeitstagen führen, wies sie als unbegründet zurück. Solche Ängste hätten keine Grundlage in den tatsächlichen Plänen, betonte Schimke.
Auch die Vorhaben, die Arbeitgeberanteile zur Krankenversicherung zu erhöhen und für Minijobber einen zusätzlichen Zuschlag einzuführen, lehnte sie ab. Durch die geplanten Änderungen würde die Sozialversicherungsbelastung für Minijobber in Pflege und Gesundheitswesen von 13 auf 21 Prozent steigen. Schimke unterstrich, dass jeder Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter unfair behandle, diese sofort verlieren werde – ein klares Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen.
Die Dehoga-Chefin verlangte „mutige Reformen“, um die Branche zu stärken. Zugleich äußerte sie sich besorgt über den aktuellen Zustand der sozialen Partnerschaft und die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Steigende Kosten könnten viele Betriebe an den Rand des Ruins treiben, warnte sie.
Die vorgeschlagenen Reformen bergen die Gefahr, den finanziellen Druck auf Arbeitgeber und Beschäftigte in der Gastronomie weiter zu verschärfen. Schimkes Warnungen verdeutlichen die drohenden Arbeitsplatzverluste und betrieblichen Herausforderungen der Branche. Ihre Forderungen nach Kostensenkungen und Bürokratieabbau zielen darauf ab, die Wirtschaftszweige in Zeiten wachsender Unsicherheit zu stabilisieren.






