25 June 2026, 12:22

CISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Chinesische Wissenschaftler im Fokus

Verdacht auf akademische Spionage

CISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Chinesische Wissenschaftler im Fokus

Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken gerät wegen mutmaßlicher Verstrickungen in chinesische Wissenschaftsspionage in die Kritik. Eine aktuelle Untersuchung des Handelsblatts wirft Fragen zum Transfer sensibler Daten und Fachwissen nach China auf. Das einst als führende Forschungseinrichtung im Saarland gefeierte Institut sieht sich nun mit schweren Vorwürfen zu seinen Arbeitsweisen konfrontiert.

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Bei den Ermittlungen wurden ungewöhnliche Personalstrukturen in den Forschungsgruppen des CISPA aufgedeckt. In einer Gruppe stammten 18 von 19 Mitgliedern aus China, eine andere bestand ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen – einige von ihnen sollen Verbindungen zur Rüstungsindustrie Chinas haben.

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger reagierte mit der Anordnung einer externen Prüfung, um die Vorwürfe aufzuklären. Der Direktor des Instituts, Michael Backes, wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, bis die Untersuchung abgeschlossen ist – ein Schritt, den er selbst unterstützt. Zudem begrüßte er die Sonderprüfung, die Licht in die Aktivitäten des CISPA bringen soll.

Das Zentrum galt lange als Aushängeschild des Saarlands und wurde 2019 in die renommierte Helmholtz-Gemeinschaft aufgenommen. Trotz der aktuellen Kontroverse laufen die Pläne für einen Neubau im Wert von 350 Millionen Euro weiter. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das 90 Prozent der CISPA-Finanzierung trägt, will abwarten, bis die Ergebnisse der Prüfung vorliegen, bevor es Entscheidungen trifft.

Die Sonderuntersuchung wird über das weitere Vorgehen beim CISPA und seiner Führung entscheiden. Die Ergebnisse könnten sich auf künftige Projekte und die Finanzierung des Instituts auswirken. Bis dahin arbeitet die Einrichtung unter verschärfter Aufsicht weiter.

Quelle