Christian von Stetten: CDU-Urgestein zwischen Schloss und Machtpolitik
Bernhardine RörrichtChristian von Stetten: CDU-Urgestein zwischen Schloss und Machtpolitik
Christian Freiherr von Stetten ist seit 2002 CDU-Abgeordneter im Bundestag. Zudem ist er Herr auf Schloss Stetten, einem historischen Anwesen im Hohenlohekreis mit Wurzeln in der Stauferdynastie. Seine politische Laufbahn ist geprägt von klaren, oft kontroversen Positionen innerhalb des wirtschaftspolitischen Flügels seiner Partei.
Von Stetten entstammt einer politischen Familie: Sein Vater, Wolfgang von Stetten, war ebenfalls CDU-Bundestagsabgeordneter. Er selbst ist tief mit dem Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe verbunden, den er vertritt.
Der gelernte Kaufmann mit betriebswirtschaftlichem Abschluss hat im Parlament erheblichen Einfluss ausgeübt. Er wurde Vorsitzender der Parlamentariergruppe Mittelstand, der größten Gruppierung innerhalb der CDU/CSU-Fraktion. Seine Haltung als „Merz-Anhänger“ war deutlich: Er lehnte Steuererhöhungen ab, setzte sich für Entlastungen der Wirtschaft ein und unterstützte die strikte Einhaltung der Schuldenbremse.
Politische Grabenkämpfe hat er stets thematisiert. So argumentierte er, CDU/CSU und SPD könnten aufgrund grundlegender Unterschiede in der Reformpolitik keine stabile Koalition bilden. 2025 gewann er in seinem Wahlkreis 36 Prozent der Stimmen – und lag damit vor AfD und SPD.
Seine lange politische Karriere hat ihm einen direkten Einblick in die sich wandelnden Machtverhältnisse verschafft. Er erlebte Angela Merkels Abschied und den Aufstieg der Regierung unter Friedrich Merz. Selbst deren frühen Niedergang sagte er voraus – sie werde keine vier Jahre halten.
Christian Freiherr von Stetten bleibt eine prägende Figur der deutschen Politik. Mit seinem wirtschaftspolitischen Fokus und seinen deutlichen Standpunkten beeinflusst er weiterhin die Debatten in seiner Partei. Sein Wahlerfolg 2025 unterstrich erneut seine starke lokale Verankerung in Schwäbisch Hall-Hohenlohe.
