Chaos im Güterverkehr: GSM-R-Ausfall legt Schienennetz bundesweit lahm
Philipp NetteChaos im Güterverkehr: GSM-R-Ausfall legt Schienennetz bundesweit lahm
Schwerwiegende Störungen im deutschen Güterschienenverkehr nach bundesweitem Ausfall des GSM-R-Funknetzes
Der Güterschienenverkehr in Deutschland steht vor massiven Behinderungen, nachdem das landesweite GSM-R-Bahnfunksystem ausgefallen ist. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) kritisiert das Fehlen funktionierender Notfallprotokolle während der Störung, wodurch Betreiber kaum noch in der Lage seien, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Der Funkausfall löste weitreichende operative Chaoszustände aus, insbesondere um Christi Himmelfahrt. Güterverkehrsunternehmen meldeten mehrtägige Unterbrechungen, da Fahrplanbüros und Leitstellen mit der Situation überfordert waren. Mitarbeiter und Lieferketten gerieten dadurch unter enormen Druck.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbandes, übt scharfe Kritik an der DB InfraGO wegen anhaltender betrieblicher Probleme. Diese belasteten den Güterverkehr in nicht tragbarer Weise, so Wesseln. Der Verband fordert nun eine strengere staatliche Aufsicht über den Infrastrukturbetreiber.
Als Reaktion hat der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die aktuellen Störungen umgehend zu behandeln. Zudem schlägt er die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi) vor, das die Bahnoperationen effizienter steuern und überwachen soll.
Zu den Forderungen gehören Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Schieneninfrastruktur sowie die Einrichtung des BASchi. Ohne diese Schritte werde der Güterverkehr weiter im Krisenmodus operieren, warnt der Verband. Die anhaltenden Störungen gefährdeten zudem Lieferketten und belasteten die Belegschaften übermäßig.
