Bundesweiter Apotheken-Protest für faire Löhne und bessere Vergütung
Bernhardine RörrichtBundesweiter Apotheken-Protest für faire Löhne und bessere Vergütung
Apotheken in ganz Deutschland protestieren für höhere Löhne
In einer konzertierten Aktion fordern Apotheken bundesweit höhere Vergütungen. In Pforzheim bleibt die Christoph-Apotheke für Notfälle geöffnet, während Kollegen draußen in einem Zeichen der Solidarität demonstrieren. Die Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) hat die Proteste organisiert – mit ähnlichen Kundgebungen in Berlin, München, Hamburg und Köln.
Im Mittelpunkt des Pforzheimer Protests steht die Christoph-Apotheke, deren Inhaber Andreas Plommer den Notdienst aufrechterhält. Ursprünglich hatte er für einen kompletten Streik aller Notdienstapotheken plädiert, entschied sich dann aber für eine symbolische Aktion. Ein flächendeckender Ausstand hätte ein stärkeres Signal gesendet, argumentiert Plommer, da die Behandlung in Krankenhäusern weitaus teurer sei als die Leistungen der Apotheken.
Für den Tag hat Plommer die Personaldecke angepasst: Fünf Mitarbeiter sind am Vormittag im Einsatz, vier am Nachmittag. Unterdessen rief Christian Kraus, Leiter der LAV-Geschäftsstelle Pforzheim, die Teilnehmenden auf, in Arbeitskleidung zu erscheinen – mit Plakaten und Flugblättern. Die letzte Gebührenerhöhung für Apotheken liegt über zwei Jahrzehnte zurück; 2013 gab es lediglich eine marginale Anpassung um 25 Cent – ein Betrag, den Plommer als "lächerlich gering" bezeichnet.
An der Kundgebung in Pforzheim beteiligen sich 15 Apotheken aus Baden-Württemberg. Parallel finden in Berlin (10 Apotheken), München (8), Hamburg (6) und Köln (5) ähnliche Aktionen statt. Trotz der Proteste bleiben Notdienstapotheken bundesweit geöffnet, um die Patientenversorgung zu gewährleisten.
Die Demonstrationen spiegeln die seit Langem schwelende Unzufriedenheit über stagnierende Vergütungen im Apothekensektor wider. Mit der breiten Unterstützung der teilnehmenden Apotheken betonen die Organisatoren die Notwendigkeit geschlossener Reihen. Das Ergebnis der Proteste könnte die künftigen Lohnverhandlungen für Apothekenmitarbeiter maßgeblich beeinflussen.






